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10.01.2018

CES 2018: Rollende TVs, zuhörende Toiletten

Auf der Consumer Electronics Show werden die Technologie-Trends für das Jahr 2018 gezeigt. Im Fokus stehen Sprachsteuerung, Fernseher und Elektroautos.

"Alexa, spül das Klo, stell die Dusche auf 38 Grad und spiel meine Aufwach-Musik!" Wenn es nach den Elektronik-Herstellern geht, werden Sprachassistenten dieses Jahr ins Badezimmer, Fernsehgeräte und Autos integriert. Die Consumer Electronics Show ( CES), die derzeit in Las Vegas stattfindet, gibt einen Ausblick darauf. Sie ist die größte Elektronikmesse der USA und gilt als ein Trendbarometer für die IT-Produkte, die in diesem Jahr besonders gefragt sind.

Google gegen Amazon

Auf der CES sind die großen Konkurrenten bei der Sprachsteuerung Amazon und Google. Amazon ist mit "Alexa" der Platzhirsch. Durch häufige Rabattaktionen hat der Online-Versandhändler dafür gesorgt, dass sich die smarten Lautsprecher mit Alexa weit verbreiten – und wer keinen hat, kennt Alexa zumindest, aufgrund der weltweiten Werbekampagnen. Dieser hohe Bekanntheitsgrad macht Alexa attraktiv für andere Hersteller, die den Sprachassistenten lizenzieren. Der US-Anbieter Kohler zeigt etwa auf der CES einen Badezimmerspiegel mit Alexa. So können die smarte Dusche, Badewanne und sogar Toilette von Kohler mit Sprachbefehlen gesteuert werden. LG packt Alexa in den Kühlschrank, bei Whirlpool können Ofen und Geschirrspüler mit Amazons Sprachassistent bedient werden.

Google versucht mit einem ungewöhnlich starken Messeauftritt die Dominanz von Amazon zu kontern. Die Monorail, die in Las Vegas vom Strip zum CES-Messegelände fährt, ist mit einem großen "Hey Google"-Schriftzug beklebt: Mit diesem Satz wird der Sprachassistent gestartet. In einem Pavillon vor der Messehalle wird versucht, die Fachbesucher von den Vorzügen des Assistenten zu überzeugen. Mit JBL, Lenovo, LG und Sony hat Google bereits Partner gefunden. Diese werden heuer smarte Lautsprecher mit Display veröffentlichen. Per Sprachbefehl können Musik und Videos von YouTube abgespielt werden, auch Videotelefonate sind möglich. Die Hersteller versuchen diese Geräte als Mini-TV für die Küche und das Bad zu positionieren.

Aufrollbarer TV

Auch bei den großen TV-Geräten werden die Sprachassistenten integriert. Google wird in den TV-Modellen von LG und Sony vorhanden sein. LG lässt seinen Kunden auch die Möglichkeit, über einen externen Alexa-Lautsprecher das Fernsehgerät zu bedienen.

Der TV-Weltmarktführer Samsung packt den eigenen Sprachassistenten "Bixby" in seine Smart-TVs und Küchengeräte. Dieser muss sich aber erst noch bewähren. Im Vorjahr debütierte Bixby in Samsungs Smartphones, konnte beim Funktionsumfang aber nicht mit Alexa und Googles Assistent mithalten.

Weil ein Sprachassistent im TV vielleicht praktisch, auf einer Messe mit massenhaft Besuchern aber kein Blickfang ist, versuchen LG und Samsung mit Prototypen zu beeindrucken. LG zeigt einen 65-Zoll-OLED-Fernseher, der per Druck auf die Fernbedienung eingerollt und verstaut wird, wenn er nicht benötigt wird. Samsung setzt auf Größe und zeigt mit "The Wall" ein 146-Zoll-Gerät. Dieses ist modular aufgebaut und kann durch weitere LED-Panele noch vergrößert werden. The Wall soll noch heuer serienreif werden. Wann der aufrollende LG-TV kommt, ist nicht bekannt.

Vom smarten Lautsprecher ins selbstfahrende Auto

Auch Autohersteller nutzen die CES, um Produkte und Prototypen vorzustellen. Fisker präsentiert den E-Sportwagen „Karma“. Dieser soll durch eine neuartige Festkörperbatterie eine Reichweite von 650 Kilometern haben. Der Elektro-SUV KIA „Nero EV“ hat 380 Kilometer Reichweite und könnte 2019 in Serienproduktion gehen. Toyotas Konzept „e-Palette“ ist eine Art selbstfahrender Mehrzweckraum, der als Kleinbus, Lieferwagen oder sogar Arztpraxis genutzt werden könnte.

Auch im Auto dürfen die Sprachassistenten nicht fehlen. BMW und Seat werden Alexa integrieren. Panasonic wird in In-Car-Entertainment-Lösungen sowohl Amazon Alexa als auch den Google-Assistenten integrieren.