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Batterien: Kapazitäten sind ausgeschöpft

Typische Wegwerfbatterien basieren heutzutage zumeist auf der Alkali-Mangan oder Lithium-Technik. Diese Bauweise gilt als Nachfolger der Zink-Kohle-Batterie, die nur mehr sehr selten produziert wird. Grund für den Umstieg waren Faktoren wie höhrere Kapazitäten, bessere Belastbarkeit und längere Lagerfähigkeit. Doch auch die neue Technik stößt bereits an ihre Grenzen, wie Wolfgang Puin, Leiter des Varta-Werkes im deutschen Dschingen, der futurezone erzählt: "Was die Kapazität angeht, stehen wir aktuell fast am Limit." Varta will mit einer neuen Technik, wobei die Chemie unter Vakuum in die Batterie gefüllt wird, noch einmal mehr das Letzte herausholen. "Wir erwarten uns dadurch eine Kapazitätssteigerung von zwei bis sieben Prozent", erzählt Puin an seinem Arbeitsplatz im Werk.

Produktionsverlagerung
Batterien und Akkus werden, wie fast alle elektronischen Geräte, nur mehr fast ausschließlich im asiatischen Raum produziert. Die Produktionskosten sind geringer und der Preisdruck am Markt steigt permanent. Trotz dieser Entwicklung existieren im europäischen Raum noch einige wenige Werke, wo die Energiespeicher hergestellt werden. In Dschingen werden nur alkalische Rundzellen, also die typischen Wegwerfbatterien produziert." Puin erklärt, dass Akkus am Markt einfach keine große Bedeutung haben: "90 Prozent der Consumer-Batterien sind alkalische Rundzellen." Das liegt mit an den technischen Gegebenheiten im jeweiligen Einsatzgebiet. So entladen sich Akkus nach einer gewissen Zeit selbst, was etwa bei Uhren oder Fernbedienungen, wo die Batterien oft lange Zeit im Gerät verweilen, auch sehr problematisch sein kann.

Laut einer Studie von Varta existieren in einem Haushalt im Schnitt 36 batterie- und akkubetriebene Geräte, wobei fünfmal mehr Batterien als Akkus verwendet werden. Dabei kommen im Schnitt rund 30 AA Batterien zum Einsatz.

Marktbedarf
Der weltweite Marktbedarf an Wegwerfbatterien liegt etwa bei 15 bis 20 Milliarden Stück, das Werk in Dschingen hat eine jährliche Produktionskapazität von rund einer Milliarde Zellen. Dafür wird an sieben Tagen die Woche in drei Schichten rund um die Uhr gearbeitet. Insgesamt sind aktuell 337 Mitarbeiter in dem Werk beschäftigt, 223 davon in der Fertigung. Ein Großteil der Fertigung ist automatisiert, beim Rundgang im Werk sieht man in der Regel maximal 20 bis 30 Leute. Der Automatisierung fielen in jüngster Vergangenheit einige Arbeitsplätze zum Opfer, erklärt Puin.

In Dschingen werden Batterien in vier verschiedenen Größen produziert, AA (Mignon), AAA (Micro), D und C. Den überwiegenden Teil der Produktion nehmen AA und AAA mit rund 94 Prozent ein. Der Rest teilt sich gleichmäßig auf die beiden größeren Größen auch. „Auch wenn man diese Bauformen im Alltag kaum noch zu Gesicht bekommt, ist noch ein gewisser Bedarf vorhanden“, erklärt Puin. So findet sich etwa in Geräten wie Zigarettenautomaten oder Papierspendern auf Toiletten immer wieder die größere Bauform.  An diesen Orten ist es oft schwierig, eine dauerhafte Stromversorgung herzustellen.

Aus dem Werk in Dschingen kommen darüber hinaus zwar noch andere Bauformen sowie Akkus, jene werden aber nur dort verpackt, die Produktion wurde hier bereits nach Asien verlegt. "Der Preisdruck ist teilweise einfach zu groß."

Recycling
Die Wegwerfbatterien stellen natürlich auch ein Umweltproblem dar. Aus diesem Grund existiert ein umfangreiches Recycling-Programm, mit welchem laut Puin nahezu die gesamte Altbatterie wiederverwertet werden kann. Die wiedergewonnen Rohstoffe werden dann allerdings nicht abermals für die Batterieherstellug genutzt, sondern anderweitig eingesetzt.

Um in den Recycling-Prozess zu kommen, darf die Batterie natürlich nicht im Restmüll landen. In Österreich werden laut aktuellen Zahlen der Wirtschaftskammer rund 60 Prozent der Einweg-Batterien wiederverwertet, was einen europäischen Spitzenwert darstellt.

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Thomas Prenner

ThPrenner

Beschäftigt sich mit Dingen, die man täglich nutzt. Möchte Altes mit Neuem verbinden. Mag Streaming genauso gern wie seine Schallplatten. Fotografiert am liebsten auf Film, meistens aber mit dem Smartphone.

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