Verkaufen, spenden oder recyclen: Was tun mit ungenutzten Geräten?
Auch dieses Weihnachten haben viele Menschen wieder ein neues Smartphone oder Tablet geschenkt bekommen, obwohl die zuvor genutzten Geräte noch funktionstüchtig sind. Andere schlugen bei Black-Friday-Angeboten zu, um etwa einen größeren Flachbildschirm oder bessere Kopfhörer zu kaufen. Und wieder andere, die die Zeit um den Jahreswechsel zum Aussortieren nutzen, entdecken im Keller z. B. einen vergessenen alten Laptop.
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Doch was macht man am besten mit nicht mehr benötigter Elektronik? Das kommt auf Alter und Zustand des entsprechenden Geräts an.
Verkaufen
„Ein Gerät ist für den Weiterverkauf geeignet, wenn es guten Gewissens einer vertrauten Person überlassen werden könnte“, rät Kim Winternitz. Sie ist abfallrechtliche Geschäftsführerin im Demontage- und Recycling-Zentrum (DRZ) in Wien. In dieser Einrichtung der Wiener Volkshochschulen bereiten Arbeitssuchende Elektrogeräte für die Weiterverwendung auf.
Wenn Zweifel an der Sicherheit oder Zuverlässigkeit eines Gerätes bestehen, ist Weiterverkaufen keine gute Option – außer, man stellt das in der Annonce explizit klar. Neben einem direkten Verkauf über Kleinanzeigen-Plattformen wie Willhaben kann man Geräte auch an Händler wie Rebuy oder Wirkaufens verkaufen.
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Aber: „Wird die Batterie heiß oder ist sie aufgebläht, dann darf das Gerät nicht weitergegeben werden“, sagt Winternitz. Es besteht akute Brandgefahr.
Spenden
Wer kein Geld für die längst ungenutzten, aber funktionstüchtigen Geräte mehr haben will, kann sie an karitative Organisationen spenden. In vielen Carla-Läden der Caritas kann man etwa Bildschirme, Fernseher, Spielkonsolen oder Kopfhörer abgeben.
Der Wiener Verein PCs für alle nimmt Computer, Laptops, Smartphones, Tablets, Beamer, Tastaturen, Mäuse und Ähnliches entgegen, von Privatpersonen genauso wie von Firmen. „Die Geräte müssen funktionieren, wenn bei Laptops der Akku schlecht ist, macht das nichts aus, dann ist es halt ein platzsparender Standcomputer“, erklärt Vereinsobmann Peter Bernscherer.
Altersgrenze für gespendete Geräte
Gespendete Laptops und Computer sollten maximal 12 Jahre alt sein, Smartphones und Tablets nicht älter als 4 Jahre. Bei Handy und Tablet ist ein funktionierender Akku wichtig.
Bernscherer und sein Team bereiten die Geräte zunächst in ihrer Werkstatt in Wien-Landstraße auf. Dabei prüfen sie auf Funktion und kontrollieren, ob es Beschädigungen gibt. Bei Laptops und Computern entfernen sie den Staub aus dem Inneren, tauschen den Datenträger aus und erweitern gegebenenfalls den Arbeitsspeicher auf mindestens 8 GB. Zuletzt werden die Computer mit einem lizenzierten Betriebssystem und Office-Software ausgestattet.
Per Kontaktformular können sich Familien mit Schulkindern, NGOs und Schulen, die Computer brauchen, an den Verein wenden und bekommen dann kostenlos ein Gerät zur Verfügung gestellt. 2025 konnte „PCs für alle“ 10.000 Geräte aufbereiten und an Bedürftige weitergeben.
Richtiges Entsorgen
Mit einem Uralt-Stand-PC oder einem Röhrenfernseher kann man dagegen kaum mehr etwas anfangen, genausowenig wie mit kaputten Geräten. Man darf diese allerdings keinesfalls in den Restmüll werfen, sondern sollte sie bei einer örtlichen Sammelstelle abgeben. Eine Übersicht mit über 2.000 davon findet man auf der Webseite der Initiative Elektro-Ade.
Einerseits können dann Rohstoffe extrahiert und weiterverwendet werden, andererseits geraten keine Problemstoffe an Orte, an die sie nicht hingehören. Kondensatoren enthalten beispielsweise oft giftiges Quecksilber und auch Akkus sind ein Problem, weil sie zu Bränden führen können.
Akkus recyclen
Wenn möglich, sollte man Akkus oder Batterien in entladenem Zustand aus dem Gerät nehmen und getrennt entsorgen, empfiehlt Marta Pranger von der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle Austria (EAK). Alle Unternehmen, die Batterien verkaufen, müssen sie in gebrauchtem Zustand zurücknehmen – in vielen Supermärkten finden sich dafür Kartonschachteln mit der Aufschrift Her mit leer.
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Pranger betont zudem: „Vapes und E-Zigaretten und alle batteriebetriebenen Geräte und LED-Leuchtmittel z. B. Weihnachtsdekoration zählen als Elektrogeräte und dürfen nicht in den Restmüll.“
Übrigens: Elektronik, die noch reparierbar ist, wird an vielen Sammelstellen vor dem Recycling-Schredder gerettet. In Wien bereitet etwa das DRZ die Elektronik auf, die in den „48er-Tandler-Boxen“ der städtischen Mistplätze landet, und verkauft sie als Second-Hand-Geräte mit Gewährleistung weiter.