Junge Frau mit Kopfhörern sitzt draußen vor der Tower Bridge, schaut lächelnd auf ihr Smartphone und hält Notizbücher.

Symbolbild: Frau mit Smartphone

© Getty Images / andresr/iStockphoto
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Weg von TikTok: Diese Alternativen solltet ihr kennen

Die chinesische Videoplattform TikTok genießt nicht den besten Ruf. So gibt es unter anderem Vorwürfe der Zensur, außerdem wird immer wieder über die Verbreitung von Propaganda diskutiert. 

In den vergangenen Jahren haben sich also einige Gründe angesammelt, warum Nutzerinnen und Nutzer nach Alternativen zu TikTok suchen. Diese locken mit unterschiedlichen Ansätzen. 

Wir stellen euch diese TikTok-Alternativen vor:

  • Loops: iOS und Android
  • Upscrolled:  iOS und Android
  • Monnett: iOS und Android
  • RedNote: iOS und Android
  • Wedium: iOS und Android
Ein hellbraunes Meerschweinchen mit Blumen im Hintergrund.

Loops

Seit knapp 2 Jahren befindet sich die Plattform Loops bereits in der Entwicklung. Gestemmt wird die Open-Source-Programmierung derzeit quasi im Alleingang vom kanadischen Entwickler Daniel Supernault, der auch für Pixelfed verantwortlich ist. Loops baut auf dem Protokoll ActivityPub auf, das etwa von Mastodon genutzt wird.

Obwohl die App bereits als Beta-Version verfügbar war, hat es Version 1 erst vor kurzem offiziell in den App Store geschafft. Die Android-Version muss noch über Github geladen werden. In Sachen Aufbau hat man sich stark an TikTok orientiert. Die vertikal verlaufende Timeline mit Buttons für Profil, Likes, Kommentare und Lesezeichen am Rand gibt es auch hier.

Auch die Kommentar-Sektion mit Möglichkeit für Likes und Antworten ist hier sehr ähnlich. Anders sieht es beim Algorithmus aus. Loops brüstet sich damit, keine süchtig machenden Algorithmen zu nutzen. Stattdessen setzt man auf einen einfachen Mix aus „Engagement, Hashtags und Social Graph“.

Abwesend sind derzeit noch Funktionen wie Livestreaming und die Option zur Monetarisierung. Beides befindet sich aber auf der öffentlich einsehbaren Roadmap.

Loops ist kostenlos für iOS und Android erhältlich.

Posts aus Memes in Upscrolled, eine Frau geht mit einem Einkaufswagen

Upscrolled

Einer der ersten Nutznießer nach dem Start der US-Version von TikTok war UpScrolled. Das australische Unternehmen hatte seinen Start bereits Mitte 2025. Gegründet wurde UpScrolled von Issam Hijazi, einem palästinensisch-australischen Entwickler, der unter anderem für IBM und Oracle gearbeitet hat.

Ziel der Gründung war die Schaffung einer Alternative zu den Big-Tech-Plattformen, denen unter anderem Zensur vorgeworfen wird. Der Aufbau von UpScrolled erinnert auf den ersten Blick an Instagram. Statt aber einzelne Posts aufzurufen, können wir hier klassisch durchscrollen. Auffällig bei UpScrolled ist die Fülle an politischem Content.

Neben dem vorherrschenden Thema Gaza ist derzeit der Krieg im Iran ein häufiges Thema. Ein wichtiger Punkt bei UpScrolled sind Deklarationen. Unsere Posts lassen sich sogenannten Topics zuordnen. Außerdem muss hinterlegt werden, ob ein Post teilweise oder vollständig mit KI erstellt wurde. Werbung soll es in Zukunft ebenso geben wie eine Möglichkeit zur Monetarisierung. 

UpScrolled ist kostenlos für iOS und Android erhältlich.

Post in Monnett, eine Katze steht auf einer Treppe, vor ihr ein verschneiter Weg

Monnett

Eine europäische Alternative zu TikTok und Instagram möchte die neue App Monnett sein. Das in Luxemburg beheimatete Start-up ist seit Anfang des Jahres am Start und versucht es mit einer Mischung aus Vertrautem und Neuem. Vom Start weg setzt Monnett auf eine selbstverordnete Altersbeschränkung von 16 Jahren.

Überprüft wird diese bei der Registrierung per Eingabe des Geburtsdatums. Der Aufbau von Monnett ist für Nutzerinnen und Nutzer von TikTok und Instagram vertraut. Durch die Timeline kann vertikal und in der Theorie unendlich gescrollt werden. In der Theorie deshalb, weil aufgrund des jungen Alters der Plattform derzeit noch die Inhalte fehlen.

Neben dem klassischen Posting von Bildern und Videos in die Timeline unterstützt Monnett auch Stories. Eine Besonderheit ist hier die Pflicht zur Kategorisierung. Jeder Post muss in Kategorien wie „Entertainment“, „Sport“, „News“ oder „Leben“ eingeteilt werden.

Ebenfalls vorhanden ist eine Ü18-Deklarierung, KI-Inhalte werden gar nicht geduldet. Von Haus aus am Start ist auch ein Messaging-Feature, in Zukunft soll es außerdem bezahlte Abos geben, über die mehr Features freigeschaltet werden.

Monnett ist kostenlos für iOS und Android erhältlich.

Ein Screenshot der RedNote-„Entdecken“-Seite mit verschiedenen Videominiaturen.

RedNote

Der erste Sturm auf der Suche nach einer TikTok-Alternative zog vor etwas mehr als einem Jahr auf. Als in den USA das erste Mal eine Sperre angekündigt wurde, begannen einige, auf Alternativen auszuweichen. Die App RedNote stürmte damals sowohl in den USA als auch in Österreich die App-Charts. RedNote, offiziell Xiaohongshu genannt, gilt in China aufgrund des Fokus auf Fashion und der stark weiblichen Nutzerbasis eigentlich als Instagram-Alternative.

Der Aufbau erinnert aber an TikTok. Richtig ernstzunehmen war der kurzfristige Hype aber nicht. So ist Rednote aufgrund des China-Fokus sowohl sprachlich als auch in Sachen Möglichkeiten stark eingeschränkt. Zwar sind die Basics der App übersetzt, viele Inhalte sind aber weiterhin in Chinesisch. Auch gibt es bei den Regeln starke Einschränkungen.

So ist etwa Belustigung über die chinesische Staatsführung nicht erlaubt. Auch Themen wie Transrechte, vulgäre Sprache oder soziale Unruhen sollen zur Löschung der Posts und sogar des gesamten Accounts führen. Aufgrund des schnell abgeebbten Hypes sind auch die Inhalte kaum für europäische Nutzerinnen und Nutzer geeignet.

RedNote ist kostenlos für iOS und Android erhältlich.

Wedium

Ganz frisch gestartet ist mit Wedium eine weitere europäische Alternative. Wedium befindet sich seit dem 25. März in der Beta und möchte eine Plattform bieten, die nicht nur vor dem Cloud-Act geschützt, sondern auch Bot-frei ist und mit einem Algorithmus auftrumpft, der von einem Ethikrat überwacht wird. Das in Berlin beheimatete Start-up hat sich in Sachen Oberfläche stark an das Original angelehnt.

Darüber hinaus gibt es deutliche Unterschiede. Der wohl größte Punkt ist die von Haus aus implementierte Verifizierung der Nutzerinnen und Nutzer. Zwar muss nicht unter Klarnamen aufgetreten werden, wer bei Wedium aber posten möchte, muss eine einmalige Identitätsprüfung über WebID erledigen. Hervorgehoben wird, dass die Plattform sich der Einhaltung europäischer Datenschutz- und Demokratiestandards verschreibt.

In Sachen Protokoll setzt man auf eine Eigenentwicklung. Das Fediverse schließt man aus dem etwas fadenscheinigen Grund aus, dass Trumps Truth Social auf Code von Mastodon setzt. Ein weiterer Grund ist die laut Wedium fehlenden Möglichkeiten zur Monetarisierung, die einen zentralen Beitrag zum Wachstum der Plattform leisten soll.

So möchte man in Zukunft die Hälfte der Werbeeinnahmen mit den Content-Creatoren teilen. Derzeit setzt Wedium noch auf eine Anmeldung per Warteliste. Ein voller Start ist für Juli 2026 geplant.

Wedium ist derzeit per Wartelisten-Einladung verfügbar.

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Amir Farouk

Early-Adopter. Liebt Apps und das Internet of Things. Schreibt aber auch gerne über andere Themen.

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