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30.12.2017

Spiele-Apps belauschen Smartphone-Nutzer

Zahlreiche Apps setzen auf eine Software, mit dessen Hilfe unter anderem analysiert wird, was sich Smartphone-Nutzer gerade im Fernsehen ansehen.

Laut einem Bericht in der New York Times nutzen einige Handy-Spiele-Apps das Smartphone-Mikrofon, um mitzuhören, was in der Umgebung passiert. Konkret erkennt das System demnach Audio-Signale von TV-Sendungen, Werbespots und Filmen. Die Analyse, was genau im Hintergrund läuft, werde dann an Werbetreibende verkauft, um Anzeigen besser auf die einzelne Person anpassen zu können. Wenn die entsprechende App im Hintergrund ausgeführt wird, wird auch dann mitgelauscht, wenn der Nutzer das Handy gerade nicht aktiv verwendet.

Die Software, die dabei zum Einsatz kommt, wird vom Start-up Alphonso entwickelt. Das Unternehmen sieht in dem Vorgehen allerdings kein Problem, da nichts von dem mitgeschnitten oder analysiert wird, was die Menschen sprechen.

Die New York Times identifizierte rund 250 Apps in Googles Play Store, die die Software integriert haben. Ein Vertreter von Alphonso sprach von rund 1000 Apps, die ihr Produkt nutzen. Welche genau wollte man jedoch nicht bekannt geben. Außerdem habe das Unternehmen einen Deal mit Shazam, das kürzlich von Apple aufgekauft wurde. Demnach unterstützt Shazam Alphonso bei der Identifikation. Bestätigen wollte das Shazam allerdings nicht.

Apps für Kinder

Problematisch sei laut der New York Times auch der Umstand, dass sich unter den Apps auch solche befinden, die sich an Kinder richten. Alphonso selbst gab an, dass die Firma die Nutzung seiner Software in Kinder-Apps nicht unterstütze.

Damit die Software funktioniert, muss der Nutzer den Zugriff auf das Mikrofon erlauben. Genau diesen Umstand führt Alphonso an und argumentiert so, dass das Vorgehen unproblematisch sei. Auf einer Webseite erklärt das Unternehmen außerdem, wie man die Berechtigung für Mikrofon-Zugriff wieder entzieht.

Lauschendes Facebook?

Auch Facebook wird regelmäßig vorgeworfen, seine Nutzer zu belauschen. Zuletzt sprach ein ehemaliger Produktmanager jedoch von „Bullshit“. Demnach würde dabei eine viel zu große Menge an Daten anfallen.