Derzeit sind mehr als 13.000 Arten von Ameisen beschrieben. Hier zu sehen: Zwei Exemplare der Kahlrückigen Waldameise.

© APA/dpa

B2B
04/08/2020

Ameisenhügel für Tesla-Fabrik umgesiedelt

Die Tiere wurden in einem benachbarten Wald ausgesetzt. Auch Fledermäuse und Eidechsen werden auf dem Gelände vermutet.

Während der Bauvorbereitungen einer Tesla-Fabrik in Deutschland stieß das Unternehmen immer wieder auf Widerstand durch Naturschützer. Der Naturschutzbund Brandenburg (NABU) hatte im November 2019 darauf hingewiesen, dass auf dem 300 Hektar großen Gelände mehrere geschützte Arten leben könnten. Nun muss für einige Tiere, die dort leben, ein neues Zuhause gefunden werden. Dazu zählen Waldameisen. „Ein Ameisenhügel wird umgesiedelt“, sagte Kristian Tost vom Unternehmen Natur und Text am Dienstag in Grünheide.

Zahlreiche Waldameisen wurden am Dienstag mit Erde in weißen Tonnen verstaut und in einem benachbarten Wald wieder ausgesetzt. In einem Gutachten für die Prüfung der Umweltverträglichkeit des Projekts waren mehrere Waldameisennester ausgemacht worden. Weitere Umsiedlungen sind geplant.

Fledermäuse und Eidechsen

Ameisen sind nicht die einzigen Tiere auf dem Gelände. Dort werden zum Beispiel auch Zauneidechsen vermutet. Es gab außerdem Fledermäuse. Eine einzelne Kiefer steht noch in dem gerodeten Bereich, die in den kommenden Tagen gefällt werden soll. In einer Höhle des Baumes waren bisher drei Fledermäuse zuhause, die das Quartier jedoch inzwischen verlassen haben sollen. Das Beratungsunternehmen Arcadis hatte in Zusammenarbeit mit Natur und Text einen Fachbeitrag zum Artenschutz erstellt, der Teil der Unterlagen von Tesla zur Prüfung der Umweltverträglichkeit ist.

Tesla will in Grünheide (Kreis Oder-Spree) nahe Berlin in seiner ersten europäischen Fabrik nach bisheriger Planung ab Sommer nächsten Jahres rund 500.000 E-Autos im Jahr bauen. Die abschließende umweltrechtliche Genehmigung steht noch aus, aber Tesla bereitet den Bau auf eigenes Risiko bereits vor. Wann der erste Spatenstich gesetzt wird, war zunächst noch offen. Ein Termin zur Erörterung von Einwänden gegen das Projekt war wegen der Corona-Krise auf bisher unbestimmte Zeit verschoben worden.

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