© Jakob Steinschaden

Deutschland
02/24/2012

Apple schaltet Push bei MobileMe und iCloud ab

Apple hat nach einer Patentklage von Motorola Mobility den sogenannten Push-Service für seine E-Mail-Dienste MobileMe und iCloud in Deutschland für das iPhone und andere iOS-Geräte deaktiviert.

"Aufgrund einer kürzlichen Patentklage von Motorola Mobility können Benutzer von iCloud und MobileMe ihre iCloud- und MobileMe-E-Mail derzeit nicht auf ihre iOS-Geräte pushen lassen, wenn sie sich innerhalb der Grenzen Deutschlands befinden." Mit diesen Worten informiert Apple Deutschland seine Kunden auf der offiziellen Webseite über den unerwarteten Schritt.

Dabei geht es um ein Anfang Februar gefälltes Urteil, dass die Verletzung eines älteren Motorola-Patents durch die Push-Funktion der Apple-Dienste feststellte. Das Patent stammt noch aus der Zeit, als es Pager gab und enthält ein Verfahren zur Zustellung von Informationen auf die Geräte.

Apple informiert deutsche Kunden
Betroffene Kunden werden laut Apple weiterhin ihre iCloud- und MobileMe-E-Mail erhalten, neue Nachrichten werden jedoch erst dann auf ihre Geräte geladen, wenn das Mail-Programm geöffnet wird, bzw. wenn das Gerät periodisch neue E-Mails abruft. Auf der Seite gibt Apple zudem eine Anleitung, wie iOS konfiguriert werden kann, um weiterhin zeitnah Mails abrufen zu können.

Der Push-E-Mail-Service auf Desktop-Computern, Laptop-Computern und im Internet, sowie Dienste anderer Anbieter, wie z. B. Microsoft Exchange ActiveSync, seien von der Maßnahme nicht betroffen. "Wir halten das Patent von Motorola für ungültig und werden gegen das von Motorola Mobility veranlasste Urteil Berufung einlegen", so ein Apple-Sprecher am Freitag.

Beschwerde bei EU-Kommission
Apple und Microsoft reichten auch Beschwerden bei der EU-Kommission ein, in denen sie Motorola einen Missbrauch von Patenten vorwerfen, die zum Grundstock von Standards gehören und deshalb zu besonderen Konditionen lizenziert werden müssen. Das Patent, mit dem Motorola jetzt die E-Mail-Dienste bremste, gehört aber nicht dazu.

Die Patent-Kontroversen mit Motorola-Beteiligung werden besonders genau beobachtet, weil Google gerade dabei ist, den Handy-Hersteller für 12,5 Milliarden Dollar zu übernehmen. Der Internet-Konzern will damit nach eigenen Angaben das Patent-Arsenal hinter seinem mobilen Betriebssystem Android stärken, das im Visier vieler Klagen steht. Motorola hat als Mobilfunk-Pionier eine Schatztruhe aus rund 17 000 Patenten und 6800 Patentanträgen.

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