B2B 01.09.2017

Banken fordern modernere Rahmenbedingungen

Bankgeschäfte werden immer öfter am Smartphone erledigt, der Staat fordert dennoch jede Menge Papier-Einsatz © Bild: AP/Kin Cheung

Die Bankenbranche drängt auf Digitalisierung, fühlt sich aber vom Staat blockiert. Am Forum Alpbach fordern die Banken zeitgemäße Regeln.

Die heimischen Banken fordern von der nächsten Bundesregierung neue gesetzliche Regeln, die ihnen den Weg ins digitale Zeitalter erleichtern. Es fehle noch an Rahmenbedingungen, die zu den geänderten digitalen Kundenbedürfnissen passen, sagte der Geschäftsführer der Wirtschaftskammer-Bankensparte, Franz Rudorfer, am Rande des Forum Alpbach zur APA.

Neue Rahmenbedingungen

Rudorfer fordert, dass rasch nach den Wahlen ein "wettbewerbsfähiges und digitalisierungsfreundliches Ökosystem" geschaffen wird - weil die Digitalisierung fortschreitet. Dafür brauche es neue gesetzliche Rahmenbedingungen, so Rudorfer. Nur dann könnten die Austro-Banken "das volle Potenzial und alle Anwendungsmöglichkeiten der Digitalisierung anbieten".

"Wenn der Kunde seine Bankfiliale am Handy hat, aber die Bank muss auch Briefe schicken, dann sollte man sich das ersparen können, wenn dem Kunden ein E-Mail reichen würde", sagte der Bankensprecher. Mails würden viele laufend anschauen, den Briefkasten aber nicht so oft öffnen. "Wir wollen weiter die gleichen Informationen zur Verfügung stellen aber ein bisserl moderner", erklärte Rudorfer unter anderem auch am Beispiel, dass Bankfilialen täglich neu die Devisenkurse aushängen müssen.

Papierflut

Bedenke man, dass man zwar Sofortüberweisungen tätigen könne, aber viele Kundeninformationen noch auf Papier verschickt würden, dann sehe man, dass die bestehenden Regeln wegen der Umbrüche durch die Digitalisierung nicht mehr mit dem Puls der Zeit Schritt hielten. "Wenn ich zwingend vorschreibe, dass ich alles schriftlich machen muss, dann bedeutet das Bürokratie vor allem im Kundenverkehr." Derzeit gebe es allzu viele "Medienbrüche" im Bankgeschäft: "Was mir jemand digital schickt, muss oft noch eingetippt werden, kann noch nicht durchgeroutet werden", so Rudorfer. "Die meisten Leuten wolle ihre Bankfiliale übers Smartphone im Hosensack haben."

Videochats

Ein erster Schritt sei zum Jahresanfang zwar die Ermöglichung von Kontoeröffnungen via Videoidentifizierung gewesen. Zuvor habe es Wettbewerbsnachteile gegenüber ausländischen Banken gegeben, bei denen dies schon möglich war. Insgesamt, so Rudorfer, halte die Gesetzeslage mit den Kundenbedürfnissen aber nicht mit.

Die Bankenbranche in Österreich investiere in digitale Angebote und parallel dazu in Cybersicherheit. Die Sicherheit sei der siamesische Zwilling der Digitalisierung und habe bei den heimischen Banken oberste Priorität.

( Agenturen ) Erstellt am 01.09.2017