B2B
04.08.2012

Boeing räumt bei Flugzeugaufträgen ab

Der Flugzeughersteller aus den USA zog zwei Milliardenaufträge an Land.

Nach einer vorübergehenden Schwächephase räumt der amerikanische Flugzeughersteller Boeing am Markt für zivile Verkehrsflugzeuge ab. Zuletzt zog Boeing in Asien zwei Milliardenaufträge an Land. Die Fluggesellschaft Singapore Airlines teilte am Freitag mit, ihre Regionalflugtochter SilkAir habe eine feste Bestellung für 54 Flugzeuge mit Boeing vereinbart. Hinzu komme eine Option auf 14 weitere. Das Gesamtvolumen belaufe sich auf 4,9 Mrd. Dollar (4,00 Mrd. Euro). Die feste Bestellung umfasst den Angaben zufolge 23 Boeing 737-800 und 31 Maschinen vom Typ 737 Max. Die Maschinen, die vor allem auf Kurz- und Mittelstrecken eingesetzt werden, sollen zwischen 2014 und 2021 ausgeliefert werden.

Entgegenkommen von Boeing
China Southern Airlines teilte zudem mit, ihre Tochtergesellschaft Xiamen Airlines werde 40 Boeing 737 kaufen. Die Flugzeuge sollen zwischen 2016 und 2019 geliefert werden. Beim Kaufpreis sei Boeing der Fluggesellschaft sehr entgegengekommen. Er liege deutlich unter dem Listenpreis von insgesamt 3,36 Mrd. Euro. Das Geld wird bei den Herstellern in der Regel erst bei Auslieferung bilanzwirksam.

Kampf zwischen Boeing und Airbus
Boeing und der europäische Flugzeughersteller Airbus liefern sich einen erbitterten Konkurrenzkampf, bei dem die US-Amerikaner in diesem Jahr offenbar die Nase vorn haben. Sie verkauften von Januar bis Juli 736 Flugzeuge. Bei Airbus stehen im selben Zeitraum abzüglich der Stornierungen nur 270 Verkäufe in der Bilanz. Boeing ist damit auf dem besten Weg, in der Auftragsbilanz des Jahres erstmals seit 2006 Airbus wieder zu überholen.

Schwieriger Luftfahrtmarkt
Allerdings ist die Zahl der Aufträge nur ein Kriterium. Derzeit läuft der Kampf um Kunden oft sehr aggressiv über den Preis. Volle Auftragsbücher bedeuten daher nicht unbedingt auch hohe Gewinne. Andererseits verzichten Hersteller manchmal auch auf einen Auftrag, wenn er sich nicht rechnet. Gezahlt wird zudem erst bei Lieferung, die in der Regel Jahre nach Auftragserteilung erfolgt.

Mehr zum Thema

  • Boeing: 17 Milliarden Euro Auftrag fixiert
  • FIA: Faszinierende Flugshow ohne Knaller
  • Boeing steigt ins Smartphone-Geschäft ein
  • Boeing verbündet sich mit chinesischem Rivalen