B2B
08.04.2015

Crowdfunding & Co. boomen in Europa

Start-ups oder kleine Unternehmen sammeln in Europa zunehmend Geld über alternative Finanzierungsformen ein. Der Markt hat sich in den vergangenen zwei Jahren versechsfacht.

Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young und des Cambridge Center for Alternative Finance hervor. Demnach wuchs der Markt in Europa im vergangenen Jahr auf 2,96 Milliarden Euro und hat sich damit innerhalb von zwei Jahren versechsfacht.

Besonders beliebt seien Direktdarlehen von Privatpersonen und die Schwarmfinanzierung, das sogenannte Crowdfunding, im Internet. Für die Studie wurden den Angaben zufolge Daten von Branchenverbänden und Online-Plattformen für alternative Finanzierungen ausgewertet.

„Gutes Signal für junge Firmen“

„Das ist ein gutes Signal für junge Firmen“, erklärte Christopher Schmitz, Partner bei Ernst & Young. „Die Finanzierungsmöglichkeiten für gute Ideen und Projekte erweitern sich, sie sind nicht mehr allein auf den Bankkredit oder Risikokapitalgeber angewiesen.“ Der Studie zufolge sind die neuen Möglichkeiten, an Kapital zu kommen, vor allem für kleine und mittlere Unternehmen interessant.

Löwenanteil entfällt auf Großbritannien

Der Löwenanteil alternativer Finanzierungen entfällt mit einem Volumen von 2,34 Mrd. Euro auf Großbritannien, gefolgt von Frankreich (154 Mio. Euro) und Deutschland (140 Mio. Euro).

Dass Crowdfunding & Co in Großbritannien so beliebt sind, hat Gründe. „Nach der Finanzkrise musste sich die Wirtschaft dort schnell nach alternativen Geldquellen umsehen, weil der traditionell starke Bankenstandort hart getroffen wurde“, erklärte Schmitz. Zudem seien die gesetzlichen Regeln in Großbritannien weniger streng.