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B2B
03/15/2019

Deutsche Industrie bewirbt sich um Fördergelder für E-Auto-Akkus

Kein Hersteller wollte bisher eine eigene Akku-Produktion aufbauen. Das soll nun eine Anschubfinanzierung in Deutschland ändern.

Deutsche Autobauer und Lieferanten bringen sich für die Massenproduktion von Batteriezellen für Elektroautos in Stellung. BMW erklärte am Freitag, man habe Anträge auf Forschungsmittel für Aktivitäten im Bereich Batteriezellen gestellt. "Das muss nicht zwingend in eine Teilnahme an einem Konsortium münden", erläuterte ein Firmensprecher.

Der Münchner Autobauer selbst plane nicht, in die Batteriezellfertigung einzusteigen. Zuvor hatte der Batteriehersteller Varta mitgeteilt, er bewerbe sich um Fördergelder des Bundeswirtschaftsministeriums für die Massenfertigung von Lithium-Ionen-Batterien.

Anschubfinanzierung

Die anderen deutschen Autobauer hielten sich bedeckt. Lediglich die französische Opel-Mutter PSA Peugeot Citroen wagte sich noch vor: "Die Groupe PSA begrüßt den Ansatz, eine Batteriefertigung in Europa zu etablieren", erklärte ein Sprecher auf Anfrage. Darüber hinaus wolle man sich nicht äußern. Bei Volkswagen hieß es, es sei noch nichts entschieden. Man habe voraussichtlich erst am Montag etwas zu sagen. Ein Sprecher der Deutschen Post sagte, die Versorgungssicherheit bei Batteriezellen sei für ihren Elektrotransporter Streetscooter extrem wichtig.

Da sich bisher keine deutschen Autobauer oder Zulieferer bereit fanden, die Milliardenrisiken für einen Aufbau einer Batteriezellenproduktion für E-Autos einzugehen, hat die Bundesregierung eine Anschubfinanzierung für Unternehmen von insgesamt einer Milliarde Euro in Aussicht gestellt. Die Bewerbungsfrist um die Fördergelder des Wirtschaftsministeriums lief am Freitag aus.

Gegengewicht zu Asien

Ziel der Politik ist es, ein Gegengewicht deutscher Hersteller zu den Zellherstellern aus Asien wie CATL aus China, SK Innovation aus Südkorea oder Panasonic aus Japan aufzubauen. Dem "Handelsblatt" zufolge haben sich bisher sechs Firmenkonsortien um staatliche Fördermittel für den Aufbau einer Batteriezellfertigung beworben. Unter den Antragstellern befänden sich Namen wie BASF, Volkswagen, PSA, BMW und Northvolt.

Varta produziert bislang vor allem Batterien für Hörgeräte, schnurlose Kopfhörer und andere Verbraucherprodukte. Varta will nun die Lithium-Ionen-Massenproduktion für Batteriezellen in Deutschland auf über 60 Millionen Batteriezellen pro Jahr ausbauen. "Mit der Erweiterung der Produktionskapazitäten werden wir auch neue Generationen von Lithium-Ionen-Zellen einführen", sagte Varta-Chef Herbert Schein.