B2B
06.05.2014

Digitalgeschäft hält Axel-Springer-Verlag auf Kurs

Der Medienkonzern Axel Springer profitiert weiter vom starken Wachstum im Internet. Erstmals trägt das digitales Geschäft mehr als die Hälfte zu Umsatz und Gewinn bei.

Der Axel-Springer-Verlag ist mit einem Gewinn- und Umsatzplus ins Jahr gestartet und setzt seine Zukäufe im digitalen Geschäft fort. Vor allem dank der positiven Entwicklung dieser Kernsparte stieg das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) beim fortgeführten Geschäft um 13,6 Prozent auf 118,4 Millionen Euro, wie der Berliner Medienkonzern am Dienstag mitteilte.

Der Umsatz stieg um 4,4 Prozent auf 692,3 Millionen Euro. „Dass wir erstmals mehr als die Hälfte bei Umsatz und Gewinn im digitalen Geschäft erwirtschaften, ist eine symbolische Wegmarke“, sagte Konzernchef Mathias Döpfner und bekräftigte die Ziele für 2014.

Internet als Zugpferd

Springer hatte im vorigen Jahr einen Großteil seines traditionellen Printgeschäfts an die Funke Gruppe verkauft und setzt immer stärker auf das Internet. Hier will der Herausgeber von „Bild“ und „Welt“ expandieren und kauft vor allem profitable Marktführer. Zusammen mit dem US-Finanzinvestor General Atlantic übernehmen die Berliner nun für rund 165 Millionen Euro die Firma Corall-Tell, die das führende Rubrikenportal yad2 in Israel betreibt. Dort würden jeden Tag rund 10.000 Immobilien-, Auto- und Kleinanzeigen eingestellt, teilte Springer mit.

Durch das Wachstum im digitalen Geschäft konnte der Konzern Anfang 2014 erneut rückläufige Erlöse im Printgeschäft wegstecken. Zum Gewinn steuerten die digitalen Medien rund zwei Drittel bei. Der Konzernüberschuss kletterte im Vergleich zum Vorjahresquartal um rund 23 Prozent auf 65,6 Millionen Euro. Für 2014 peilt Springer weiter einen Gewinnanstieg (Ebitda) im niedrigen zweistelligen Prozentbereich an. Der Umsatz soll im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen.

Das Bundeskartellamt hatte vor kurzem den Verkauf von Regionalzeitungen („Hamburger Abendblatt“), TV-Zeitschriften („Hörzu“) und Frauenzeitschriften („Bild der Frau“) an die Funke Gruppe im Gesamt-Volumen von 920 Millionen Euro endgültig abgesegnet. Offen ist die Gründung zweier Gemeinschaftsfirmen von Funke und Springer für Anzeigenvermarktung und Vertrieb. Dies gilt als kartellrechtlich schwierig. Beide Konzerne wollen die Genehmigungen bald bei den Wettbewerbshütern einreichen.