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Keine Auflagen
12/04/2013

EU segnet Nokia-Verkauf an Microsoft ab

Microsoft darf die Handysparte von Nokia ohne Auflagen übernehmen. Die Kartellwächter der EU haben dem 5,44 Milliarden Euro schweren Deal zugestimmt.

Damit sind die beiden Konzerne ihrem 5,44 Milliarden Euro schweren Deal einen wichtigen Schritt näher gekommen. Nokia zufolge müssen nun noch Behörden in elf Ländern zustimmen, darunter China. Das finnische Unternehmen geht davon aus, das Geschäft im ersten Quartal 2014 perfekt machen zu können.

Verkauf seit September publik

Bereits Anfang September hatte Nokia bekanntgegeben, die traditionsreiche Handysparte für 3,79 Milliarden Euro an Microsoft abzugeben. Die Amerikaner wollen weitere 1,65 Milliarden Euro für Patente zahlen. Im November stimmten die Nokia-Aktionäre dem Deal zu. Europas Wettbewerbshüter haben keine Bedenken. Die Tätigkeiten beider Unternehmen überschnitten sich nur geringfügig, und es gebe ausreichend Konkurrenz, schrieb die EU-Kommission. Zudem sei es unwahrscheinlich, dass Wettbewerber vom Markt ausgeschlossen würden, wenn Microsoft seine mobilen Betriebssysteme und Anwendungen mit den von Nokia angebotenen Mobilgeräten kombiniere.

Der Verkauf bedeutet eine Zeitenwende für die Finnen. Ohne die Handysparte verliert Nokia nach Zahlen aus dem Jahr 2012 rund die Hälfte der Umsätze. Der Konzern will sein Hauptgeschäft künftig mit digitalen Kartendiensten und dem Netzwerkausrüster NSN machen. 32 000 Mitarbeiter sollen zu Microsoft wechseln. Zuletzt arbeiteten für Nokia rund 87.100 Beschäftigte - über 18.000 weniger als vor einem Jahr. Vor allem wegen der Angst vor Jobverlusten war in Finnland heftig über den Microsoft-Deal diskutiert worden.

Microsoft-Strategie klar

Der strategische Hintergrund von Microsoft liegt hingegen auf der Hand. Mit direktem Zugriff auf Nokias Handygeschäft will man sich endlich als schlagkräftige Alternative zu Apples iPhone und Android etablieren. Ungeachtet einiger Achtungserfolge ist der Marktanteil von Windows Phone laut Marktforschern von IDC mit 3,6 Prozent am Gesamtmarkt immer noch bescheiden, Tendenz allerdings steigend. Der Nokia-Kauf könnte es für Microsoft allerdings schwieriger machen, bei anderen Smartphone-Herstellern mit seinem Betriebssystem vertreten zu sein.

Ob der bisherige Nokia-Lenker und ehemalige Microsoft-Manager Stephen Elop Steve Ballmer auf dem Microsoft-Chefsessel beerben wird, steht indes noch in den Sternen. Ballmer hatte Ende August seinen Rückzug angekündigt, ein Nachfolger soll Berichten zufolge noch im Dezember bekanntgegeben werden.