B2B
04.03.2011

EU stellt Verfahren gegen Hollywood-Studios ein

Amerikanische Filmstudios änderten Bestimmungen zur Finanzierung der Digitalisierung

Die EU-Kommission hat ein Kartellverfahren gegen Hollywood-Studios im Zusammenhang mit der geplanten Kino-Digitalisierung eingestellt. Die amerikanischen Filmstudios haben laut Angaben der Brüsseler Behörde vom Freitag ihre vertraglichen Bestimmungen zur Finanzierung und Installierung digitaler Projektionstechnik in Kinos geändert. Die Kommission hatte befürchtet, dass die ursprünglichen Bestimmungen kleinen Filmverleihern den Zugang zu digitalen Kinos hätten versperren können. Dies hätte gegen das EU-Verbot wettbewerbsbeschränkender Geschäftspraktiken verstoßen.

EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia zeigte sich erfreut, dass die „Hollywood-Studios unseren legitimen Befürchtungen Rechnung getragen und die Verträge so geändert haben, dass die Kinogänger nicht nur Hollywood-Kassenschlager, sondern auch Low-Budget-Produktionen und Autorenfilme in der neuesten Projektionstechnik anschauen können“.

Die Kino-Digitalisierung schreitet in Europa noch langsam voran. Bisher sind nur etwas über ein Drittel der rund 36.000 Kinos digitalisiert, wobei es Probleme wegen der hohen Kosten vor allem für kleine Programmkinos gibt. Die Kommission schätzt, dass bis Ende 2012 mit rund 18.000 immerhin die Hälfte der Kinos in Europa auf die neue Technik umgestellt haben werden.

In Österreich waren zuletzt von 579 Leinwänden (Sälen) in 164 Kinos 232 Leinwände - vor allem Multiplex-Kinos - digitalisiert. Das sind 40 Prozent. Die digitale Umrüstung kostet pro Kino etwa 70.000 Euro. Der Digitalisierungsgrad liege in den USA derzeit bei über 90 Prozent.