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Gefeuert
09/09/2011

Ex-Yahoo-Chefin: „Board hat mich verarscht“

Mit deftigen Worten hat die entlassene Yahoo-Chefin Carol Bartz die Ho-Ruck-Aktion des Verwaltungsrats kommentiert. „These people have fucked me over“, das Board habe sie schlichtweg ‚verarscht’, so die enttäuschte Ex-Yahoo-Chefin in ihrem ersten Interview nach ihrem Abgang mit dem Wirtschaftsmagazin Fortune.

Dass Bartz von der erzwungenen Ablöse auf dem falschen Fuß erwischt wurde, wurde bereits aus einem E-Mail an die Yahoo-Belegschaft ersichtlich. Sie sei sehr traurig mitteilen zu müssen, dass sie gerade per Telefon vom Verwaltungsrat gefeuert wurde“, so Bartz in der Nachricht, die über den Blog All Things Digital das Licht der Öffentlichkeit

.

"Sind Blödmänner"
Eine

über 10,2 Mio. Dollar dürfte das Gemüt der 63-Jährigen allerdings nicht beruhigt haben. Denn imInterview mit Fortunelegt Bartz nach. Sie kritisiert, dass der Verwaltungsrat nicht den Mumm gehabt habe, die Entscheidung persönlich mitzuteilen, sondern ihr stattdessen am Telefon ein vorbereitetes und von Juristen abgesegnetes Statement vorgelesen wurde. Das Board habe allein auf Umsatzsteigerungen gesetzt, wobei von Anfang an klar gewesen sei, dass es bis 2012 keine Umsatzsteigerungen geben werde.

Bartz stellte gegenüber der Yahoo-Belegschaft noch einmal klar, dass sie nicht freiwillig das Handtuch geschmissen habe, sondern eiskalt abserviert wurde. Bartz führt die verfrühte Kündigung, mehr als zwei Jahre vor Vertragsablauf auf die Nervosität des Boards nach dem Microsoft-Debakel zurück. Microsoft wollte 2007 Yahoo übernehmen, bekam von Verwaltungsrat aber einen Korb, was wiederum zu heftiger Kritik bei vielen Anlegern führte. „Nun wollen sie beweisen, dass sie nicht die Blödmänner sind, die sie sind“, so Bartz.

Hunderte Stellenkürzungen seit Jobantritt
Die Managerin war seit ihrem Antritt 2009 mit Hunderten Stellenkürzungen aufgefallen und hatte damit erfolgreich die Ausgaben gesenkt. Gleichzeitig verlor Yahoo in der Zeit aber weiter gegenüber dem Erzrivalen Google an Boden. Mit Facebook ist zudem in den vergangenen Jahren ein weiterer Konkurrent herangewachsen, der Yahoo auf dem heiß umkämpften Werbemarkt weiter zusetzt. Die Anleger reagierten auf die Kündigung im Großen und Ganzen allerdings positiv, die Aktie konnte einige Prozentpunkte gutmachen.

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