Thomas Schaufler, Retailvorstand der Erste Bank Österreich

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B2B
04/24/2019

Freund oder Feind: Warum die Erste Bank mit Apple kooperiert

Dass der Technologiekonzern den Banken irgendwann Konkurrenz machen wird, glaubt man bei der Erste Group nicht.

"Wir freuen uns, als erste österreichische Bank unseren Kunden diese innovative und einfache Art des Bezahlens anbieten zu können", hieß es am Mittwoch von Erste Bank und Sparkassen zum Start von Apple Pay in Österreich. Warum aber freut sich eine Bank einen Teil ihres Geschäfts an einen global agierenden Technologiekonzern abzutreten?

"Es ist einfach die Nachfrage unserer Kunden da. Apple Pay ist die wohl modernste Art zu bezahlen, auf die viele schon gewartet haben", sagt Thomas Schaufler, Vorstand der Erste Bank Österreich. "Beim mobilen und kontaktlosen Bezahlen waren wir in Österreich schon immer Vorreiter." Daher sei es quasi der nächste logische Schritt beim Bezahlen per Smartphone mit Apple zu kooperieren. Zumal 40 Prozent der George-Nutzer auch Apple-Nutzer seien.

Große Nachfrage nach Apple Pay

Es gebe zahlreiche Payment-Lösungen am Markt und einige davon hat die Erste Group bereits ausprobiert, sagt Peter Bosek, Chief Retail Officer der Erste Group. Natürliche gäbe es auch die Möglichkeit selbst eine George-Wallet zu entwickeln. Das wäre allerdings ein enormer Aufwand und würde den Kundenwünschen nur bedingt entsprechen. "Die Nachfrage nach Apple Pay ist riesig und die Kunden wollen das", erklärt Bosek. Man könne nicht alle potenziellen Bezahlmöglichkeiten anbieten und konzentriere sich daher auf diejenigen, die am meisten nachgefragt werden.

Welche Konditionen die Erste Group mit Apple ausgehandelt hat, ist geheim. Darüber wollte man bei der Pressekonferenz am Mittwoch nicht sprechen. Ebenso gibt es keine Informationen darüber, wieviel die Anbindung an Apple Pay die Bankengruppe gekostet hat. Der Aufwand lässt sich zumindest in Personen messen: "Insgesamt haben zwischen 90 und 100 Leute an der technischen Umsetzung gearbeitet", sagt Bosek.

Keine Konkurrenz für Banken

Dass Apple den Banken irgendwann mit Finanzdienstleistungen Konkurrenz machen wird oder selbst als Bank auftritt, glaubt Bosek nicht. Das sehe man auch bei der erst kürzlich angekündigten Apple-Kreditkarte. Denn diese habe Apple ebenfalls in Kooperation mit einer Bank auf den Markt gebracht. "Apple bietet solche Dienste an, weil das Unternehmen die User noch stärker an sein Ökosystem binden will", sagt Bosek.