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Patentstreit
06/21/2012

Google zahlt Null Euro Schadenersatz an Oracle

Der Softwarekonzern akzeptiert angesichts der geringen Verletzungen von Schadenersatz ab, fasst allerdings bereits jetzt eine Berufung ins Auge. Damit könnte der Prozess, der zwei Jahre andauerte, von Neuem aufgerollt werden.

Drei Wochen nachdem Oracle im Gerichtsstreit mit Google

hinnehmen musste, legten die beiden IT-Konzerne das Gerichtsverfahren teilweise bei. Google war vom Gericht zum Vorwurf des Kopierens von Java-Code freigesprochen worden, Oracle hätte lediglich auf geringen Schadenszahlungen für einige kleinere Codeteile bestehen können, verzichtete jedoch darauf. Die beiden Parteien einigten sich nun auf eine Schadenssumme von Null US-Dollar und reichten einen entsprechenden Antrag vor Gericht ein. Das machte selbst den zuständigen Richter stutzig: "Gibt es einen Haken?", soll Richter Alsup laut IDGgefragt haben. Dennoch könnte Oracle Berufung gegen das Urteil einlegen und den Fall somit nochmals vor Gericht bringen.

Interne E-Mails drangen an die Öffentlichkeit
Aber auch an anderen Fronten hat Oracle derzeit mit Problemen zu kämpfen: nach der Veröffentlichung interner Emails zog man nun die Konsequenz und gab die Trennung von Keith Block, einem kritikfreudigen Vizepräsidenten, bekannt. Der Software-Konzern gab am Donnerstag bekannt,Block trete zurück, „um sich anderen Gelegenheiten zu widmen". Vor rund einem Jahr hatte Block über das konzerneigene Kommunikationssystem einem Kollegen über die Oracle-Hardwaresparte geschrieben: „Niemand redet über Sun, noch nicht mal die Kunden. Sun ist tot, tot, tot." Auch seinen Boss, den Konzernpräsidenten Mark Hurd, hatte Block scharf kritisiert. Die Äußerungen wurden während eines Gerichtsstreits mit dem Konkurrenten Hewlett-Packard publik und brockten Oracle viele negative Schlagzeilen ein.

Entlassung löste Fall der Aktie aus
Branchenexperten hatten bereits Anfang der Woche Wind von Blocks Abgang bekommen und daraufhin zunächst spekuliert, dieser stünde im Zusammenhang mit einer unerwarteten Geschäftsflaute. Deshalb büßte der Firmenwert am Montag an der Börse zwei Prozent ein. Um diese Spekulationen im Keim zu ersticken, veröffentlichte Oracle am Dienstag seine Geschäftszahlen drei Tage früher als geplant. Die Bilanz fiel zur Erleichterung der Börsianer deutlich besser aus als erwartet. Die von Block kritisierte Sparte blieb jedoch ein Klotz am Bein - bei Sun schrumpfte der Umsatz um 16 Prozent.

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