B2B
28.02.2011

Großbanken reißen sich um Online-Netzwerke

Goldman Sachs investiert in Facebook, J.P. Morgan Chase will zehn Prozent von Twitter: Investments, die Firmen-Bewertungen und Erwartungen an Online-Unternehmen in unrealistische Höhen treiben.

Die US-Großbank J.P. Morgan Chase will, so ein Bericht der Financial Times, über einen Fonds 10 Prozent am Internet-Portal Twitter.com erwerben. Der Anteil ist der Bank 450 Millionen US-Dollar Wert, womit Twitter.com hochgerechnet 4,5 Milliarden US-Dollar kosten würde. Laut Kleiner Perkins, einer Investment-Firma, die im Dezember 200 Millionen in Twitter gesteckt hat, zählt die Seite aktuell 253 Millionen Unique User im Monat. Twitter selbst spricht von 175 Millionen Mitgliedern.

Ob die Bank direkt bei Twitter investiert oder bestehende Investoren auskauft, ist dem Bericht zufolge nicht bekannt. Laut einem Beitrag auf TechCrunch habe die Bank die Twitter-Anteile über einen Fonds des Investors Chris Sacca erworben. Dieser hätte in den vergangenen Monaten Twitter-Aktien für 400 Millionen Dollar von bestehenden Anteilseignern aufgekauft.

Fokus auf Web-FirmenGemeinsam mit dem angepeilten Deal sind nun erste Informationen zu jenem „Hightech“-Fonds aufgetaucht, den die Großbank Mitte Februar aufgelegt hat. Der „Digital Growth Fund“ hat binnen kurzer Zeit 1,22 Milliarden US-Dollar erreicht. Er soll wohlhabenden Kunden die Chance geben, früh in viel versprechende IT-Start-Ups und Web-Services, die noch nicht an der Börse notieren, zu investieren. Laut J.P. Morgan ist die Zahl der Investoren auf maximal 480 Personen limitiert, als Minimum-Beitrag müssen 250.000 US-Dollar beigesteuert werden. Die Bank selbst rechnet mit Einnahmen von mindestens 13 Millionen US-Dollar aus Kommissionsgebühren.

Neben dem Investment bei Twitter, das rund ein Drittel des Fonds-Volumen ausmacht, soll ein weiteres Drittel in eine zweite Internet-Firma fließen. Gerüchten zufolge könnte es sich entweder um die Spiele-Firma Zynga oder den VoIP-Dienst Skype handeln. Das letzte Drittel schließlich soll unter sechs Web-Firmen aufgeteilt werden. Als mögliche Firma wird unter anderem der Coupon-Dienst LivingSocial genannt.

J.P. Morgan ist die zweite große Bank, die sich verstärkt dem Internet-Sektor widmet. Vergangene Woche etwa investierte Goldman Sachs 70 Millionen US-Dollar für eine kleine Beteiligung an dem britischen Unternehmen AppSense. Im vergangenen Jahr sorgte Goldman Sachs mit einem Facebook-Fonds für Aufsehen. Von ausländischen Geldgebern wurde eine Milliarde Dollar gesammelt, um in die Plattform zu investieren. Aufgrund dessen wurde Facebook auf 50 Milliarden US-Dollar geschätzt. Aktuell wird das Online-Netzwerk mit 70 Milliarden bewertet. Ein Preis, den J.P. Morgan laut Financial Times übrigens für zu hoch hält.

Aufgrund dieser Investments und der daraus resultierenden Bewertungen in Milliarden-Höhe warnen immer mehr Experten, wie etwa Yahoo-Chefin Carol Bartz oder Google-Chef Erich Schmidt, vor einer drohenden Internet-Blase. Letzterer sprach dem Großteil der Web-Dienste ein funktionierendes Geschäftsmodell ab. Bei Twitter etwa gibt es weiterhin keine Informationen zu Umsatz und Gewinn, CEO Dick Costolo vermeidet konsequent konkrete Aussagen. Wieviel Geld etwa mit den “promoted tweets” gemacht wird, ist nicht klar. Laut Marktanalysten von eMarketer könnte sich der Umsatz von Twitter 2011 auf 150 Millionen belaufen. Dass der 300 Mitarbeiter starke Web-Dienst Gewinn macht, ist anzuweifeln. J.P. Morgan betont jedenfalls, dass nur in etablierte Geschäftsmodelle und Firmen mit beständigen Umsatzzahlen investiert wird.

Großes Pyramiden-SpielDa im Gegensatz zur Blase Anfang 2001 kaum eine Web-Firma an der Börse ist, spricht Internet-Investor Marc Cuban von dem aktuellen Hype als Pyramdien-Spiel: Finanziers der Frühphase überzeugen größere Organisationen Geld hineinzustecken, um die ursprüngliche Investition gewinnbringend zurückzuerhalten. Ein Vorgehen, das solange wiederholt wird, bis das Web-Unternehmen an die Börse kommt. Durch den Hype steigt der Kurs rasant, die verbleibenden Investoren sichern ihren Gewinn. Die fallenden Kurse danach sind das Problem der Kleinanleger.

Im aktuellen Fall von Twitter haben etwa frühe Investoren wie etwa Union Square Ventures und Spark Capital sowie Twitter-Gründer Evan Williams und einige Mitarbeiter Anteile mit Gewinn abgetreten. Auch von Facebook trennten sich zuletzt frühe Investoren. Die Investment-Firma Accel Partners hat sich dort ebenso zurückgezogen wie etwa die Samwer-Brüder (u. a. Jamba). Facebook-Mitarbeiter wollen sich demnächst von Anteilen im Wert von einer Milliarde US-Dollar trennen.

Untersuchung der BörsenaufsichtDie US-Börsenaufsichtsbehörde SEC (Securities and Exchange Commission) hat Ende Dezember eine Untersuchung diesbezüglich angekündigt. Im Fokus: Der Handel mit Anteilen am Sekundärmarkt. Dort können Anteile von privaten Web-Unternehmen gehandelt werden, ohne sich den Auflagen der Börse zu stellen und etwa Informationen zum Finanzgebaren zu veröffentlichen. Auf diesen Märkten, die von Plattformen wie SecondMarkt.com oder SharePost.com betreut werden, können binnen kurzer Zeit ob schwankender Kurse satte Gewinne (und Verluste) eingefahren werden. Zudem will die SEC bei privaten Firmen die Regeln für die Offenlegung von Finanzdetails überarbeiten, um künftig besser kontrollieren zu können. Böse Zungen behaupten nun, das just jene Untersuchung frühe Web-Investoren dazu treibt, Anteile schnell zu verkaufen.

J.P. Morgan ist die zweite große Bank, die sich verstärkt dem Internet-Sektor widmet. Vergangene Woche etwa investierte Goldman Sachs 70 Millionen US-Dollar für eine kleine Beteiligung in das britische Unternehmen AppSense. Im vergangenen Jahr sorgte Goldman Sachs mit einem rund Millionen-Dollar Facebook-Fonds für Aufsehen. Von ausländischen Geldgebern wurde 1 Milliarde Dollar gesammelt, um in die Plattform zu investieren. Aufgrund dessen wurde Facebook auf 50 Milliarden US-Dollar geschätzt. Aktuell wird das Online-Netzwerk mit 70 Milliarden bewertet. Ein Preis, den J.P. Morgan laut Financial Times übrigens für zu hoch hält.

 

Aufgrund dieser Investments und der daraus resultierenden Bewertungen in Milliarden-Höhe warnen immer mehr Experten, wie etwa Yahoo-Chefin Carol Bartz oder Google-Chef   Erich Schmidt, vor einer drohenden Internet-Blase. Letzterer sprach dem Gros der Web-Dienste ein funktionierendes Geschäftsmodell ab. Bei Twitter etwa gibt es weiterhin keine Informationen zu Umsatz und Gewinn, CEO Dick Costolo vermeidet konsequent konkrete Aussagen. Wieviel Geld etwa mit den “promoted tweets” gemacht wird, ist nicht klar. Laut Marktanalysten von eMarketer könnte sich der Umsatz von Twitter 2011 auf 150 Millionen belaufen. Dass der 300 Mitarbeiter starke Web-Dienst Gewinn macht, ist anzuweifeln.

J.P. Morgan betont jedenfalls, dass nur in etablierte Geschäftsmodelle und Firmen mit beständigen Umsatzzahlen investiert wird.

 

 

 

 

Da im Gegensatz zur Blase Anfang 2001 kaum eine Web-Firma an der Börse ist, spricht Internet-Investor Marc Cuban von dem aktuellen Hype als Pyramdien-Spiel: Finanziers der Frühphase überzeugen größere Organisationen Geld hineinzustecken, um die ursprüngliche Investition gewinnbringend zurückzuerhalten. Ein Vorgehen, das solange wiederholt wird, bis das Web-Unternehmen  an die Börse kommt. Durch den Hype steigt der Kurs rasant, die verbleibenden Investoren sichern ihren Gewinn. Die fallenden Kurse danach sind das Problem der Kleinanleger.

Im aktuellen Fall von Twitter haben etwa frühe Investoren wie etwa Union Square Ventures und Spark Capital sowie Twitter-Gründer Evan Williams und einige Mitarbeiter Anteile mit deutlichem Gewinn abgetreten. Auch bei Facebook trennten sich letztens frühe Investoren. Die Investment-Firma Accel Partners hat sich dort ebenso zurückgezogen wie etwa die Samwer-Brüder (u. a. Jamba). Facebook-Mitarbeiter wollen sich demnächst von Anteilen im Wert  von einer Milliarde US-Dollar trennen.

 

Die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC (Securities and Exchange Commission) hat Ende Dezember eine Untersuchung diesbezüglich angekündigt. Im Fokus: Der Handel mit Anteilen am Sekundärmarkt. Dort können Anteile von privaten Web-Unternehmen gehandelt werden, ohne sich den Auflagen der Börse zu stellen und etwa Informationen zum Finanzgebaren zu veröffentlichen. Auf diesen Märkten, die von Plattformen wie SecondMarkt.com oder SharePost.com betreut werden

J.P. Morgan ist die zweite große Bank, die sich verstärkt dem Internet-Sektor widmet. Vergangene Woche etwa investierte Goldman Sachs 70 Millionen US-Dollar für eine kleine Beteiligung in das britische Unternehmen AppSense. Im vergangenen Jahr sorgte Goldman Sachs mit einem rund Millionen-Dollar Facebook-Fonds für Aufsehen. Von ausländischen Geldgebern wurde 1 Milliarde Dollar gesammelt, um in die Plattform zu investieren. Aufgrund dessen wurde Facebook auf 50 Milliarden US-Dollar geschätzt. Aktuell wird das Online-Netzwerk mit 70 Milliarden bewertet. Ein Preis, den J.P. Morgan laut Financial Times übrigens für zu hoch hält.

 

Aufgrund dieser Investments und der daraus resultierenden Bewertungen in Milliarden-Höhe warnen immer mehr Experten, wie etwa Yahoo-Chefin Carol Bartz oder Google-Chef Erich Schmidt, vor einer drohenden Internet-Blase. Letzterer sprach dem Gros der Web-Dienste ein funktionierendes Geschäftsmodell ab. Bei Twitter etwa gibt es weiterhin keine Informationen zu Umsatz und Gewinn, CEO Dick Costolo vermeidet konsequent konkrete Aussagen. Wieviel Geld etwa mit den “promoted tweets” gemacht wird, ist nicht klar. Laut Marktanalysten von eMarketer könnte sich der Umsatz von Twitter 2011 auf 150 Millionen belaufen. Dass der 300 Mitarbeiter starke Web-Dienst Gewinn macht, ist anzuweifeln.

J.P. Morgan betont jedenfalls, dass nur in etablierte Geschäftsmodelle und Firmen mit beständigen Umsatzzahlen investiert wird.

 

 

 

 

Da im Gegensatz zur Blase Anfang 2001 kaum eine Web-Firma an der Börse ist, spricht Internet-Investor Marc Cuban von dem aktuellen Hype als Pyramdien-Spiel: Finanziers der Frühphase überzeugen größere Organisationen Geld hineinzustecken, um die ursprüngliche Investition gewinnbringend zurückzuerhalten. Ein Vorgehen, das solange wiederholt wird, bis das Web-Unternehmen an die Börse kommt. Durch den Hype steigt der Kurs rasant, die verbleibenden Investoren sichern ihren Gewinn. Die fallenden Kurse danach sind das Problem der Kleinanleger.

Im aktuellen Fall von Twitter haben etwa frühe Investoren wie etwa Union Square Ventures und Spark Capital sowie Twitter-Gründer Evan Williams und einige Mitarbeiter Anteile mit deutlichem Gewinn abgetreten. Auch bei Facebook trennten sich letztens frühe Investoren. Die Investment-Firma Accel Partners hat sich dort ebenso zurückgezogen wie etwa die Samwer-Brüder (u. a. Jamba). Facebook-Mitarbeiter wollen sich demnächst von Anteilen im Wert von einer Milliarde US-Dollar trennen.

 

Die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC (Securities and Exchange Commission) hat Ende Dezember eine Untersuchung diesbezüglich angekündigt. Im Fokus: Der Handel mit Anteilen am Sekundärmarkt. Dort können Anteile von privaten Web-Unternehmen gehandelt werden, ohne sich den Auflagen der Börse zu stellen und etwa Informationen zum Finanzgebaren zu veröffentlichen. Auf diesen Märkten, die von Plattformen wie SecondMarkt.com oder SharePost.com betreut werden, können binnen kurzer Zeit ob schwankender Kurse satte Gewinne (und Verluste) eingefahren werden. Zudem will die SEC bei privaten Firmen die Regeln für die Offenlegung von Finanzdetails überarbeiten, um künftig besser kontrollieren zu können. Böse Zungen behaupten nun, das just jene Untersuchung frühe Web-Investoren dazu treibt, Anteile schnell zu verkaufen.

 

, können binnen kurzer Zeit ob schwankender Kurse satte Gewinne (und Verluste) eingefahren werden. Zudem will die SEC bei privaten Firmen die Regeln für die Offenlegung von Finanzdetails überarbeiten, um künftig besser kontrollieren zu können. Böse Zungen behaupten nun, das just jene Untersuchung frühe Web-Investoren dazu treibt, Anteile schnell zu verkaufen.

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