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Trendbarometer
06/10/2013

Industrie: Optimismus trotz Technikermangel

Zum vierten Mal veröffentlichen Festo und das Gallup Institut das "Trendbarometer Industriebetriebe". Interviews mit Vertretern von 200 Unternehmen zeigen Optimismus trotz schwachem Wirtschaftswachstum. Daneben gibt es aber auch schwelende Probleme, wie den Technikermangel oder die Energieeffizienz.

23 Prozent der befragten Geschäftsführer und Produktionsleiter beurteilen die Auftragslage 2013 besser als im Vorjahr. Gegenüber der Vorgänger-Studie im Jahr 2011 bedeutet dies einen klaren Rückgang. Damals beurteilten 68 Prozent die Lage besser. Die Einstellung spiegelt die allgemeine Stimmung bezüglich der Wirtschaftslage wider.

"2011 sah man einen klaren Aufschwung nach den Krisenjahren. Deshalb waren wir auch sehr gespannt, wie es 2013 aussieht", sagt Wolfgang Keiner, Geschäftsführer des Automatisierungstechnik-Spezialisten Festo, in dessen Auftrag das "Trendbarometer Industriebetriebe" erstellt wurde.

Der Großteil aller Befragten, 48 Prozent, geht 2013 von einem Nullwachstum im jeweiligen Unternehmen aus. 43 Prozent sehen ein positives Wachstum, 9 Prozent befürchten einen Rückgang. Wenn ein Wachstum gesehen wird, verlässt sich ein Großteil der Unternehmen auf die Erschließung neuer Märkte und das mit neuen Produkten.

Problembereiche Bildung und Energieeffizienz
Die Qualifikation von Mitarbeitern wird zwar meist als sehr wichtig erachtet, gleichzeitig steigen die firmeninternen Budgets für Weiterbildung weniger stark als in den vergangenen Jahren. 54 Prozent der Befragten klagen über den Technikermangel. "Bildung ist maßgeblich für die Zukunft des Landes. Das muss man Unternehmen sagen, aber vor allem der Politik", kommentiert Keiner dieses Ergebnis.

Eine weitere Mangelerscheinung innerhalb der österreichischen Industriebetriebe betrifft die Energieeffizienz, stellt die Studie fest. Zwei Drittel aller 200 Befragten wissen nichts über das Bundes-Energieeffizienzgesetz, das per EU-Beschluss in allen Mitgliedsländern ab Juni 2014 in Kraft treten muss. Österreichs Politik hat sich vorerst nicht zu einer Einigung darüber durchgerungen, während ein entsprechendes Gesetz in Deutschland längst existiert.

Thomas Müller, Energieeffizienzexperte bei Festo, meint: "Der steigende Energiebedarf zeigt ja, Gott sei Dank, dass es der Wirtschaft gut geht. Energieeinsparungspotenziale werden jedoch nicht genutzt. Das Thema wird nicht so ernst genommen, wie es sollte." Die Gründe dafür lägen in mangelndem Wissen über Energieeinsparungsmöglichkeiten, der Furcht vor zu langen Amortisationszeiten, Zeitmangel oder fehlendes Kapital für Energieeffizienz-Investitionen.