B2B
02.02.2016

Infineon profitiert von Trends in der Autobranche

Der deutsche Halbleiterkonzern Infineon, der auch in Villach einen Standort hat, verdient mit Mikrochips für die Automobilindustrie gut.

Im ersten Quartal legte der Umsatz binnen Jahresfrist um 38 Prozent auf 1,56 Mrd. Euro zu, auch bedingt durch die Übernahme von International Rectifier (IR), wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der Gewinn kletterte um 12 Prozent auf 152 Mio. Euro, deutlich mehr als Analysten erwartet hatten. Die operative Marge ging allerdings leicht auf 14,1 Prozent zurück.

„Unser Geschäft hat sich im abgelaufenen Quartal besser entwickelt als erwartet“, sagte Vorstandschef Reinhard Ploss. „Insbesondere im Automobilgeschäft sind wir erfolgreich.“ Den Margenschwund erklärte er mit Währungseffekten und Aufwendungen im Zusammenhang mit der IR-Übernahme.

Vom Sorgenkind zum Vorzeigeunternehmen

Infineon hat sich in den vergangenen Jahren vom Sorgenkind zum Vorzeigeunternehmen der deutschen Elektronikindustrie entwickelt. Ploss und sein Vorgänger Peter Bauer entkoppelten die frühere Siemens-Tochter von den tückischen Zyklen der Halbleiterindustrie und richteten den Konzern als Zulieferer für Autobauer, die Industrie und die Sicherheitstechnik aus. Vor einem Jahr übernahm Infineon dann inmitten der Branchenkonsolidierung den US-Energiechipspezialisten IR für rund 3 Mrd. Euro.

Während in den Segmenten Industrie, Energietechnik und Sicherheitschips die Einnahmen im Weihnachtsquartal saisonal leicht schrumpften, blieb der Umsatz mit den Autobauern und ihren Zulieferern auf konstant hohem Niveau. „Unsere Lösungen für Fahrerassistenzsysteme sorgen weiterhin für Wachstum. Auch das Thema Elektromobilität gewinnt spürbar an Fahrt“, erklärte Ploss.

Für das laufende Jahr (per Ende September) sagte er weiterhin ein Umsatzplus von etwa 13 Prozent bei einer operativen Rendite von 16 Prozent voraus. Dennoch geriet die Infineon-Aktie im frühen Handel unter Druck und verlor vier Prozent.