B2B
06.11.2018

Internationale Initiative will Finanzwissen stärken

Die von der ING gestartete Think Forward Initiative entwickelt mit Wissenschaftlern, Start-ups und Unternehmen Lösungen, um Menschen bei Finanzentscheidungen zu unterstützen.

Laut aktuellen Statistiken der Europäischen Kommission hat rund die Hälfte der EU-Bürger zumindest Schwierigkeiten, ihre alltäglichen Finanzen in den Griff zu bekommen oder gar für die Zukunft zu sparen. In Österreich liegt dieser Anteil bei 44 Prozent. Die Großbank ING möchte diesen Menschen helfen, künftig bessere Finanzentscheidungen zu treffen und hat daher gemeinsam mit Partnern wie Deloitte und Dell/EMC die Think Forward Initiative ins Leben gerufen.

„Wir nutzen modernste wissenschaftliche Methoden der Verhaltensökonomie, um Lösungen zu entwickeln, die sich wirklich auf das Leben der Menschen auswirken. Lösungen, die Menschen dazu bringen, anders zu denken, ihr Verhalten zu ändern und schließlich ihre Finanzziele zu erreichen.“, sagt Dagmar van der Plas, Leiterin der Think Forward Initiative. „Wir sind inzwischen mehr als 1.500 leidenschaftliche Experten aus allen möglichen Branchen und Organisationen, die die Leidenschaft teilen, Menschen zu helfen, voranzukommen.“

Finanzerziehung für Kinder

Die Ideen werden im Rahmen des eigens geschaffenen „Accelerator Hub“ gemeinsam mit Start-ups umgesetzt. Dabei gibt es seitens der Initiative zwar keine finanzielle Förderung und keine Beteiligung an den jungen Unternehmen, die Gründer erhalten aber Unterstützung in Form von Mentoring und durch das breite Partnernetzwerk. Im Frühjahr wurde ein Pilotprojekt für das Programm mit vier Start-ups durchgeführt. Im Januar soll die erste reguläre Runde mit zehn Start-ups beginnen. Die Bewerber kommen aus verschiedenen Ländern, auch aus Österreich gibt es laut Van der Plas einige Bewerber.

Bei den gesuchten Jungunternehmen handelt es sich um sogenannte „Social Enterprises“ – das sind Betriebe, bei denen ein sozialer Zweck im Gegensatz zu finanziellem Profit im Vordergrund steht, dieses Ziel aber mit betriebswirtschaftlichen Mitteln erreicht werden soll. Als ein Beispiel für ein solches Unternehmen nennt Van der Plas das Social Business Otly, mit dessen Software Eltern ihren Kindern den verantwortungsvollen Umgang mit Taschengeld beibringen können. „Wir haben sie beispielsweise unterstützt, indem wir sie unseren Kunden und den Kunden anderer Banken vorgestellt haben“, sagt sie.

Warnungen beim Online-Shopping

In einem anderen Beispiel haben die Experten den verantwortungsvollen Umgang mit Finanzen beim Onlineshopping analysiert – Ergebnis: In 78 Prozent der Fälle geben die User online weniger Geld aus, wenn sie eine Warnung erhalten, dass sie damit ihre finanziellen Möglichkeiten überschreiten. Die Händler dürfte es wohl weniger freuen, wenn man in ihren Shops weniger Geld ausgibt – aber auch die User selbst könnten hier die Initiative ergreifen, indem sie selbst Plug-Ins mit einem entsprechenden Warnsystem installieren.

„Es geht generell nicht darum, die Menschen zu bevormunden, sondern ihnen zu finanzieller Stabilität zu verhelfen“, sagt Van der Plas. Und auch bei den Unternehmen finde zunehmend ein Umdenken statt: Weg von einer rein profitgetriebenen, hin zu einem langfristigeren und nachhaltigeren Fokus im Geschäftsalltag.

Disclaimer: Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation mit der ING.