© REUTERS/Bobby Yip

Billiglohn
03/25/2011

iPad: Display-Hersteller produziert in Vietnam

Der taiwanesische Konzern Wintek baut eine Fertigungsanlage in Vietnam, da chinesische Arbeiter zu teuer werden. Der Konzern, der Mitte vergangenen Jahres für den Einsatz giftiger Chemikalien kritisiert wurde, ist nicht der einzige Apple-Zulieferer, der in dem südostasiatischen Land agiert.

von Benjamin Sterbenz

Der taiwanesische Konzern Wintek wird Touchscreen künftig in Vietnam produzieren. Zu diesem Zweck wird dort ein neues Werk errichtet, berichtet Bloomberg. Als Standort wurde die Provinz Bac Giang im Norden des Landes gewählt. In das neue Werk sollen laut einem Firmensprecher zwischen 100 und 150 Millionen US-Dollar investiert werden. Das taiwanesische Unternehmen stellt die Touchscreens von iPhone und iPad her und betreibt mehrere Fabriken in China. Vergangenes Jahr wurde bekannt, dass über 100 Arbeiter in einem chinesischen Wintek-Werk gesundheitliche Schäden davontrugen, da giftige Chemikalien (n-Hexan) zur Reinigung von Smartphone-Bildschirmen zum Einsatz kamen.

Als Grund für die Investition in Vietnam werden die geringen Lohnkosten genannt. Diese lägen zwischen 30 bis 40 Prozent unter jenen Chinas. Das große Nachbarland werde mittelfristig zu teuer, um gewinnbringend zu produzieren und konkurrenzfähig zu werden. Schon jetzt sind Arbeiter in den Küstenregionen, etwa in der Fließband-Hochburg Shenzhen, zu teuer, weshalb Konzerne wie Foxconn Fabriken im Landesinneren, etwa rund um Zhengzhou oder Wuhan errichten, wo Arbeitskräfte billiger sind. China solle in Zukunft komplexere Geräte bauen oder Forschung betreiben, während in Vietnam die manuelle Arbeit erledigt wird. Vietnam selbst bietet ausländischen Hightech-Unternehmen Steuervergünstigungen, um eine Ansiedlung attraktiver zu machen.

Vietnam zieht Firmen an
Erst kürzlich gab Nokia bekannt, ein Werk in Vietnam zu errichten. Dass Vietnam China als die Werkbank für Hightech ablösen wird, zeigt auch der weltgrößte Elektronik-Hersteller Hon Hai/Foxconn. Auch er produziert für Apple. Ein ursprünglich für 2008 geplantes Investment wird nun umgesetzt. Der Konzern, der im vergangenen Jahr durch Selbstmorde seiner Arbeiter in die Schlagzeilen kam, wird mit dreijähriger Verzögerung eine Handy-Fabrik in der Vinh Phuc Provinz eröffnen. Diese soll 90 Millionen Telefone pro Jahr herstellen. In der selben Provinz betreibt auch Compal, einer der weltgrößten Computer-Hersteller, ein Werk, das monatlich über 500.000 Notebooks produzieren kann.

In jener Gegend, in der nun Wintek produzieren wird, ist Foxconn bereits seit mehreren Jahren vertreten. In Bac Ninh betreibt der Konzern Fabriken für Kamera- und Computer-Produktion. Weitere Werke sind in der südlichen Region rund um Ho Chi Minh Stadt geplant. Canon betreibt in Vietnam ebenfalls eine Produktionsstädte, die auf Tintenstrahl-Drucker spezialisiert ist. Intel wiederum hat im Herbst 2010 in dem Land seine weltweit bislang größte Fabrik eröffnet, die in der Nähe von Ho-Chi-Minh-Stadt operiert.

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