B2B
08.04.2015

Kapsch TrafficCom hilft Tschechien bei Mautausschreibung

Der Vertrag des börsennotierten Mautsystem-Anbieters mit Tschechien läuft Ende 2016 aus. Nun soll ein neuer Anbieter gefunden werden.

Kapsch werde die tschechische Regierung bei der Neuausschreibung unterstützen, berichtete am Mittwoch die tschechische Nachrichtenagentur CTK unter Berufung auf einen Sprecher des Verkehrsministeriums in Prag. Kapsch betreibt das derzeitige Mautsystem auf Tschechiens Straßen. Der Vertrag läuft mit Ende 2016 aus. Für die Zeit danach ist die tschechische Regierung auf der Suche nach einem neuen Anbieter. Kapsch TrafficCom beabsichtigt an der Ausschreibung teilzunehmen, noch liegen aber keine detaillierten Unterlagen vor, hieß es vom Unternehmen in Wien.

Verkehrsminister Dan Tok und Unternehmenschef Georg Kapsch haben laut CTK vereinbart, eine Arbeitsgruppe aus Technikern und Juristen zu formen. Aufgrund von Softwarelizenzen ist die Regierung bei bestimmten Daten und Infos auf die Mithilfe von Kapsch TrafficCom angewiesen. Es handle sich dabei aber um keine klassische Beratungstätigkeit, sondern man komme einem Wunsch des Verkehrsministeriums nach, betonte die Firma.

Wechsel

Mit Kapschs Hilfe soll der Wechsel zu einem neuen Anbieter leichter fallen, hofft der Ministeriumssprecher laut CTK. Der Nachrichtenagentur zufolge habe Georg Kapsch den Minister darauf hingewiesen, dass ein Systemwechsel mehr Geld koste und am riskantesten sei.

Tschechien hat laut den Angaben 6 Mrd. Kronen (218,54 Mio. Euro) in das bisherige Mautsystem investiert. Das Ministerium denkt im Zuge der Neuausschreibung auch darüber nach, ein neues System ohne die Möglichkeit, die bisherige Ausrüstung zu nutzen, zu implementieren. Bei der Ausschreibung soll es um einen Zehn-Jahres-Vertrag gehen. Der Bestbieter soll heuer im September gekürt werden.

Kapsch TrafficCom hat das Mautsystem 2007 aufgebaut, es umfasst 1.300 Kilometer an Straßen und Autobahnen. Im Vorjahr wurden von Bussen und LKW rund 8,7 Mrd. Kronen an Mautgebühren eingesammelt.