Anders als Amazon verkauft Alibaba keine eigenen Produkte auf seinen Marktplätzen, sondern vermittelt lediglich zwischen Verkäufern und Käufern.

© ap/Mark Lennihan

Deutschland
10/20/2013

Kartellamt wirft Amazon Behinderung des Wettbewerbs vor

Das deutsche Bundeskartellamt wirft Amazon eine Behinderung des Wettbewerbs vor und will den Internet-Händler deshalb zur Änderung seiner Geschäftsbedingungen zwingen.

„Es läuft ein Verfahren, und wir sind mit Amazon in Gespräch, um die Wettbewerbsbehinderung zu beseitigen“, sagte Kartellamtschef Andreas Mundt der „Süddeutschen Zeitung“ (Montagausgabe). Es gehe um die Bedingungen, zu denen der weltgrößte Internethändler andere Anbieter auf seiner Plattform „Marketplace“ handeln lasse. Diese Bedingungen hätten wettbewerbsbehindernde Wirkung. Mundt fügte hinzu: „Falls nötig, werden wir gegen Amazon auch eine glasklare Verfügung erlassen.“

Mundt sagte, das Kartellamt ermittle bereits seit dem Frühjahr gegen Amazon. Er zeigte sich zuversichtlich, dass das Unternehmen einer möglichen Verfügung der Behörde nachkommen würde: „Deutschland ist ein sehr wichtiger Markt für Amazon. Eine Entscheidung der Kartellbehörde kann man da nicht mal einfach ignorieren“. Auch im Internet dürfe „der Wettbewerb nicht auf der Strecke bleiben“, sagte Mundt der Zeitung weiter. „Das Bundeskartellamt hat in diesem Bereich sicher auch eine gewisse Vorreiterrolle.“ Der Zeitung zufolge geht das Kartellamt unter anderem auch gegen das Online-Reservierungssystem HRS und die Sportartikel-Hersteller Adidas und Asics vor. Auch hier sei demnächst mit Entscheidungen zu rechnen.

Der global aufgestellte US-Konzern Amazon ist zuletzt unter anderem dafür kritisiert worden, dass er in Deutschland zwar hohe Umsätze macht, aber dank seiner Firmenstruktur kaum Ertragsteuern zahlt. Außerdem kämpft die Gewerkschaft Verdi für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen an den deutschen Logistik-Standorten des Handelsriesen.