B2B
14.06.2016

LinkedIn-Übernahme: Experte warnt vor Monopolisierung

Früherer Chef der Monopolkommission: Microsoft-Deal birgt langfristige Gefahr der Monopolisierung.

Der frühere Chef der Monopolkommission, Daniel Zimmer, hat vor möglichen Wettbewerbs-Nachteilen nach der geplanten Übernahme des Berufsnetzwerks LinkedIn durch den Softwarekonzern Microsoft gewarnt. Auf den ersten Blick scheine der Deal für Deutschland Vorteile zu haben, doch langfristig könne eine Monopolisierung die Folge sein, sagte Zimmer dem „Handelsblatt“.

Langfristige Folgen

„Für den Wettbewerb in Deutschland könnte die Fusion auf den ersten Blick Vorteile haben, weil mit der Zusammenlegung von Microsoft und LinkedIn der größte Konkurrent des führenden Berufsnetzwerks Xing gestärkt wird“, sagte Zimmer. „Allerdings besteht auch hier wie bei vielen Plattformen langfristig die Gefahr der Monopolisierung. Diese könnte durch die Stützung von LinkedIn durch Microsoft verstärkt werden.“

Der Wettbewerbsexperte sieht sich in seiner früheren Annahme bestätigt, dass auf Digitalmärkten dominierende Unternehmen ebenfalls jederzeit mit dem Erstarken von Wettbewerbern rechnen müssen. „Der Fall zeigt, dass sich auch etablierte Unternehmen gern gegenseitig Konkurrenz auf neuen Feldern machen. Auch die Platzhirsche können sich also nicht zurücklehnen“, sagte Zimmer.

26,2 Milliarden Dollar

Microsoft hatte am Montag seine Pläne verkündet, LinkedIn für 26,2 Milliarden Dollar (23,2 Milliarden Euro) zu kaufen. Der Vertrag sei bereits unterzeichnet. Es ist die bislang größte Übernahme durch den Softwarekonzern. Microsoft will sich mit dem Kauf des Karrierenetzwerks verstärkt zu einem Anbieter für Cloud-Computing und Dienstleistungen entwickeln. Der Softwarekonzern versucht damit, dem Rivalen Google, aber auch dem sozialen Netzwerk Facebook Konkurrenz zu machen.