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B2B
08/16/2015

Media-Saturn: Streit über Reparaturdienstleister

Die Übernahme des Wartungsdienstleisters RTS hat bei Media-Saturn einen Dauerkonflikt zwischen den Eigentümern des Elektrohändlers neu angefacht.

Media-Markt-Gründer und Minderheitseigener Erich Kellerhals habe versucht, den RTS-Kauf per einstweiliger Verfügung zu stoppen, teilte eine Sprecherin der Media-Saturn-Holding am Sonntag auf Anfrage mit.

Sie bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS). Kellerhals und der Handelskonzern Metro als Mehrheitseigener von Europas größter Elektronikkette liegen seit Jahren im Clinch.

"Rechtskräftig"

Den Antrag von Kellerhals habe das Landgericht Ingolstadt am Donnerstag jedoch abgelehnt, berichtete die Firmensprecherin. Sie betonte, der Vertrag über die Übernahme von RTS sei rechtskräftig unterschrieben, stehe allerdings noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden.

Media-Markt-Gründer und Minderheitseigener Erich Kellerhals lehne den RTS-Kauf gleich aus mehreren Gründen ab, teilte ein Sprecher von Kellerhals' Investmentfirma Convergenta am Sonntag mit. Der Convergenta-Sprecher begründete die Vorbehalte gegen die RTS-Übernahme unter anderem damit, dass „wir kein nachhaltiges und profitables Geschäftsmodell darin sehen, wenn Media-Saturn Serviceleistungen in diesem Umfang selbst erbringt.“ Schließlich halte man auch den Kaufpreis für „vollkommen überzogen“.

Die Vertragsunterzeichnung für den Verkauf von 90 Prozent der RTS-Anteile an die Media-Saturn-Holding hatte das Unternehmen am vergangenen Donnerstag bekanntgegeben. Media-Saturn hatte den Kauf damit begründet, zur Unterscheidung vom Internethandel werde der Service der Media-Saturn immer wichtiger.