B2B
09.04.2011

MobFox: Werbebanner für Smartphone-Apps

Der Österreicher Julian Zehetmayr macht es sich mit seiner Werbe-Plattform MobFox zwischen Googles “AdMob” und Apples “iAds” gemütlich. Sein Ziel: App-Entwicklern die besten Preise für eingebettete Anzeigen in ihren Mini-Programmen zu zahlen.

Während andere an großen Web-Plattformen und populären Handy-Diensten basteln, ist seine Welt genau 320 mal 50 Pixel groß: Der Wiener Jungunternehmer Julian Zehetmayr will mit der Werbe-Plattform MobFox, die er Ende 2010 startete, die mobile Werbe-Branche aufmischen. App-Entwickler für iOS, Android und Windows Phone 7 sollen sich eigens entwickelte SDKs bei MobFox herunterladen, damit den Werbeplatz in ihre App einbetten und so mehr Geld machen können als bei der Konkurrenz.

“Das Ziel war von Anfang an, den Entwicklern mehr Geld für ihren Europa-Traffic zu verschaffen”, sagt Zehetmayr im futurezone-Gespräch. “AdMob ist schon so groß, dass sie keine anständigen Preise mehr zahlen können.” Außerdem würden populäre Apps wie “Angry Birds” kleineren Apps die gewinnbringende Werbung wegschnappen. “iAds hat momentan noch das Problem, dass sie die Werbeflächen nicht füllen können. In den USA haben sie eine Fillrate von 40 Prozent, in Europa nur 3 bis 4 Prozent”, sagt Zehetmayr. Schuld daran seien die hohen Einstiegspreise für die Werber. Diese müssten mindestens eine Million Dollar bei Apple ausgeben, um überhaupt schalten zu können.

Rasantes Wachstum
Während Googles AdMob in Europa lediglich 2 bis 3 Dollar-Cent pro Click bezahlt, könne MobFox 20 bis 50 Dollar-Cent (bei einer Klickrate von einem Prozent) generieren. Der App-Anbieter bekommt davon 60 bis 75 Prozent, der Rest geht an Zehetmayr. Bis zu 100 Millionen Handy-Nutzer sollen die winzigen Pixel-Anzeigen bereits zu Gesicht bekommen haben, pro Monat will Zehetmayr bis zu zwei Milliarden Ad-Impressions ausliefern können.

Haben zuerst österreichische iOS-Entwickler wie Cocoanetics (z.B. Geocoder) MobFox-Werbung eingeblendet, schalten heute mehr als 1000 App-Anbieter MobFox-Banner in ihren Mini-Programmen - darunter Oecoway (“Friendly for Facebook”), Aka-Aki, MyRete (“Who´s Here”) oder Shape Services (“IM+”). Jeden Tag würden 30 bis 40 neue Developer dazukommen, so Zehetmayr.

Leben im Internet
Das Leben des jungen MobFox-Gründers drehte sich schon immer ums Internet. Seitdem er zwölf ist, programmiert er, mit 16 startete er 2008 das “Second Web”, ein Art “Internet im Internet”. Sein Vater Otmar Zehetmayr, Geschäftsführer des Callcenters TeleBiz, hält zehn Prozent an MobFox, der Rest gehört Julian. “Ich will keinen Investor an Bord holen, weil es derzeit super läuft.” Von den Einnahmen könne er sehr gut leben, demnächst will er nach Berlin oder London gehen.

Das Know-How, um in der knallharten internationalen Werbebranche überleben zu können, dürfte der Jungspund jedenfalls mitbringen. So bietet er den App-Entwicklern die derzeit einzigartige Möglichkeit, selbst einen Minimumpreis für die Anzeigen festzulegen, die in ihren Mini-Programmen eingeblendet werden (“iCPM Control”). Interessant für App-Anbieter ist auch das Angebot “AppBoost”, das in Österreich und der Schweiz verfügbar ist. “Gegen einen Fixpreis garantieren wir dem Entwickler, dass seine App innerhalb eines Monats in die Top 25 des App Stores kommt”, so Zehetmayr. Pro Tag müsse man etwa Ausgaben von etwa 100 Euro rechnen, wenn es nicht klappt, zahlt man nichts.

Personalisierte Anzeigen
In Sachen Targeting bietet MobFox für Werber einige interessante Möglichkeiten: Die Pixel-Reklame kann auf Aufenthaltsort, Tageszeit, Handytyp und künftig sogar lokale Wetterbedingungen zugeschnitten werden. Damit auch zu den Interessen der Handynutzer passende Werbung angezeigt werden kann, legt MobFox anonymisierte Profile an. Dabei wird der mitgesendeten Geräte-ID zugeordnet, welche Werbeinhalte angeklickt wurden und welche offensichtlich kein Interesse des User stießen.

Auf Anregung der futurezone wird MobFox künftig auch ein Opt-out anbieten: Wer einen simplen Abmelde-Prozess auf der Mobfox-Webseite durchläuft, über den werden dann keine Daten mehr auf den Servern abgelegt.

Kooperationen
Derzeit arbeitet MobFox mit den Werbe-Netzwerken MoPub, 4Info, oder InMobi. "Das Konkurrenzdenken ist noch nicht so ausgeprägt, weil der Markt noch so klein ist”, so Zehetmayr. “Wenn sie den traffic nicht mit Ads füllen können, geben wir ihnen Anzeigen, und umgekehrt.” Angedacht ist auch eine Kooperation mit dem österreichischen Start-up Qriously (die futurezone

), die über ähnlich kleine Schaltflächen in Apps Marktforschung machen.

Verlosung von MobFox-Gutscheinen: Für interessierte App-Entwickler unter den futurezone-Lesern vergibt MobFox 30 mal 10-Dollar-Gutscheine, die für MobFox-Werbung ausgegeben werden können. Nach dem "First come, first serve"-Prinzip bekommen die ersten zehn Einsendungen an die eMail-Adresse futurezone[at]mobfox.com den Betrag.