B2B
16.01.2014

Mobilfunkpreise in Österreich nach Fusion gestiegen

Laut der Regulierungsbehörde RTR sind die Mobilfunkpreise im vierten Quartal 2013 deutlich gestiegen. Ein Zusammenhang mit dem Drei-Orange-Deal lasse sich aber nicht beweisen.

Der jahrelange Preisverfall am österreichischen Mobilfunkmarkt ist gestoppt. Nach der Fusion der beiden kleinsten Anbieter Hutchison und Orange Austria sind die Preise im vierten Quartal deutlich gestiegen, wie die zuständige Regulierungsbehörde RTR am Donnerstag mitteilte. „Es gibt einen Aufwärtstrend über alle Tarifgruppen hinweg“, sagte RTR-Chef Georg Serentschy. Im Durchschnitt sind die Mobilfunkpreise von September bis Dezember um rund zehn Prozent gestiegen - am deutlichsten bei starken Mobilfunknutzern, die mit ihrem Smartphone nicht nur telefonieren sondern auch viel im Internet surfen.

Nur mehr drei Mobilfunker in Österreich

Beweisen lasse sich der Zusammenhang des Preisanstiegs mit der Fusion nicht, sagte Serentschy. „Es gibt einen zeitlichen Kontext, der ist klar. Es liegt auch nahe, dass das eine mit dem anderen zusammenhängt.“ Seit der Fusion gibt es in der Alpenrepublik nach dem Marktführer Telekom Austria und dem Verfolger T-Mobile nur noch einen weiteren Wettbewerber. Der Deal hatte auch in anderen Teilen Europas Aufsehen erregt, weil Österreich eines der ersten Länder war, in denen die Zahl der Mobilfunker durch einen Zusammenschluss von vier auf drei gesunken war. Das könnte auch in Deutschland mit der Fusion von E-Plus und Telefonica Deutschland O2D passieren. Die EU-Kommission nimmt den Verkauf von E-Plus derzeit unter die Lupe.

Immer noch günstiger als 2011

Trotz des jüngsten Preisanstiegs zählen die Mobilfunkpreise in Österreich weiterhin zu den niedrigsten in Europa. Weil sie in den vergangenen Jahre kontinuierlich gesunken sind, liegen sie laut RTR immer noch zehn Prozent unter dem Niveau von Anfang 2011. Die RTR zieht bei ihrer Untersuchung Preise für neu abgeschlossene Mobilfunktarife heran.

Was die Geldbörsen der Kunden belastet, freut die Mobilfunkbetreiber: Sie klagen seit Jahren über das sinkende Preisniveau in Österreich, das ihre Erträge schmälert. Die Telekom Austria hatte bereits erklärt, sie hoffe mit einem Ende des ruinösen Mobilfunk-Preiskampfs auf stabile Erträge im laufenden Jahr. „Wenn alles gut geht, sollten wir eine Stabilisierung des operativen Gewinns (Ebitda) in Österreich sehen“, hatte Telekom-Finanzchef Hans Tschuden Ende November gesagt. In Österreich erwirtschaftet die Telekom mehr als die Hälfte ihrer Erträge.