B2B
23.01.2018

Netflix ist über 100 Milliarden Dollar wert

Bereits 118 Millionen Abos, Börsenwert erstmals über 100 Milliarden Dollar. Acht Milliarden Dollar für Eigenproduktionen im Jahr 2018 vorgesehen.

Der Online-Videodienst Netflix boomt dank Serienhits wie "The Crown" und "Stranger Things" weiter - mit Jahresende stiegen Nutzerzahlen und Erlöse überraschend kräftig. Unter dem Strich kletterte der Gewinn im vierten Quartal verglichen mit dem Vorjahreszeitraum von 129,6 Millionen auf 185,5 Millionen Dollar (151,37 Mio. Euro), wie das Unternehmen am Montag nach US-Börsenschluss mitteilte.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 verdiente Netflix 559 Millionen Dollar und damit fast dreimal so viel wie im Vorjahr. Im Schlussquartal lieferte Netflix dank erfolgreicher Eigenproduktionen einen starken Jahresendspurt und gewann insgesamt 8,3 Millionen neue Kunden hinzu. Es gibt 111 Millionen bezahlte und insgesamt 118 Millionen Streaming-Abos. Damit wurde ein Rekordwert erreicht, der die eigenen Ziele und die Erwartungen der Analysten übertraf.

Freude bei Anlegern

Bei Anlegern kamen die Zahlen sehr gut an. Die Aktie schoss nachbörslich zunächst um über acht Prozent in die Höhe, was den Börsenwert erstmals die Marke von 100 Milliarden Dollar knacken ließ. Für das laufende Quartal stellt das Unternehmen - trotz angekündigter Preiserhöhungen im wichtigen US-Markt - einen weiteren kräftigen Zuwachs um knapp 6,4 Millionen Nutzer weltweit in Aussicht. Angetrieben vom starken Kundenzustrom legte der Umsatz im vierten Quartal im Jahresvergleich um annähernd ein Drittel auf 3,3 Milliarden Dollar (2,7 Mrd Euro) zu.

Aber auch die Konkurrenz legt zu. Mit dem Kauf großer Konzernteile des Rivalen 21st Century Fox und der Kampfansage, ab 2019 mit einem eigenen Streaming-Dienst anzugreifen, macht vor allem Disney Druck. Im Brief an die Aktionäre zeigte sich Netflix jedoch gelassen - der Entertainment-Markt sei groß genug für viele erfolgreiche Services, hieß es. Um Wettbewerber auf Distanz zu halten, investiert der Streaming-Marktführer viel Geld in Eigenproduktionen. Dieses Jahr sollen 7,5 bis 8 Milliarden Dollar in sogenannte "Originals" fließen.