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B2B
11/27/2013

Microsoft will sich gegen NSA-Spionage schützen

Dokumente von Edward Snowden legen nahe, dass die NSA die firmeninterne Kommunikation von Microsoft in großem Ausmaß überwacht. Nun sollen Gegenmaßnahmen folgen.

Der Computerkonzern Microsoft will den firmeninternen Datenverkehr verschlüsseln, wie die Washington Post berichtet. Laut informierten Personen glaubt Microsoft, dass die NSA das firmeninterne globale Kommunikationssystem infiltriert hat. Den Informationen der Washington Post zufolge, wollen noch diese Woche führende Microsoft-Manager entscheiden, wie genau und in welchem Zeitrahmen konkrete Schritte für eine bessere Verschlüsselung gesetzt werden sollen.

Zwei bislang unveröffentlichte NSA-Dokumente von Whistleblower Edward Snowden zeigen, dass Microsoft berechtigten Grund hat, eine Überwachung durch die NSA zu vermuten. Jene besagen, dass die NSA auch den firmeninternen Datenverkehr bei Google und Yahoo überwache, zwei Unternehmen mit einer ähnlichen globalen Infrastruktur. Die Dokumente erwähnen auch konkret Microsofts Hotmail-Dienst sowie das Windows-Live-Service.

Verstoß gegen die Verfassung

Gegenüber der Washington Post erklärte Microsoft, über keine unabhängige Bestätigung zu verfügen, dass die NSA den Konzern tatsächlich in diesem Ausmaß überwache. Ein Sprecher von Microsoft sagte am Dienstag, dass es „sehr verstörend“ und ein möglicher Verstoß gegen die US-Verfassung wäre, wenn sich die Berichte als wahr herausstellen würden. Die NSA gab auf Anfrage nur eine vage Aussage zu den neuen Berichten ab, demnach ziele der Geheimdienst nur auf Kommunikation ausländischer Geheimdienste ab. Konkret dementieren konnte der Geheimdienst die Überwachung von Microsoft jedoch nicht.

Microsoft ist nicht der einzige Konzern, der seine Verschlüsselung derzeit stärt. Auch Yahoo gab erst Mitte November bekannt, seinen Datenverkehr besser zu schützen. So erklärte Konzernchefin Marissa Mayer, dass vom ersten Quartal 2014 der Informationsverkehr zwischen den Rechenzentren verschlüsselt wird. Auch Google gab an, seine Daten künftig nur noch gesichert zu übertragen.