Partnerschaft
01/13/2012

ÖBB: Microsoft realisiert papierloses Arbeiten

Die Lokführer der ÖBB sollen künftig ihre Fahrpläne und Meldungen per Laptop erledigen

Die ÖBB haben mit Microsoft Österreich eine strategische Kooperation geschlossen, um die IT-Prozesse zu modernisieren und dadurch Kosten zu sparen. Das Projekt „TIM“ - „Triebfahrzeugführer Informations-Management-System“ soll die Arbeit für die Lokführer der Bundesbahn durch Digitalisierung der Informationen vereinfachen: Statt Fahrplänen, Dienstplänen, Meldungen, Richtlinien etc. in Papier, die derzeit vom Lokführer im Rucksack in den Führerstand mitgenommen werden müssen, wird künftig in einem Notebook mit dem eigens für die ÖBB entwickelten Programm alles abrufbar sein - der „papierlose Lokführerstand“ wird derart realisiert.

Persönliches Notebook für jeden Lokführer
Derzeit laufen Vorbereitungen, Schulungen und der Probebetrieb. Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2012 sollen alle 4.500 Lokführer mit eigenen Notebooks ausgerüstet und eingeschult sein. Ein persönliches Notebook für jeden Lokführer sei notwendig, erläuterte Projektleiter Christoph Stumpf heute, Freitag, in Wien bei einer Demonstration in einer ÖBB-Lok vor Journalisten. Internetsurfen im Lokführerstand sei aber nicht möglich, die Lokführer bleiben während der Fahrt im „TIM“, beruhigte er. Die Hardware-Kosten von 4,4 Mio. Euro sollen sich innerhalb von drei Jahren amortisieren.

Die besonders erschütterungsresistent gebauten Notebooks werden zu Beginn jeder Zugfahrt upgedatet - über eine A1-Sim-Card. Während der Fahrt ist dann theoretisch keine weitere Online-Verbindung nötig. Dadurch ist „TIM“ auf allen Strecken einsetzbar. Die Applikation ist zeitgesteuert, eine GPS-Steuerung wird der nächste Schritt. Im schlimmsten Fall, also bei einem Festplatten-Crash, darf ein Lokführer ohne „TIM“ nicht mehr weiterfahren, sondern muss sich ein neues Gerät besorgen, da die Informationen sicherheitsrelevant sind. Aber auch schon jetzt bei einem allfälligen Verlust der auf Zetteln gedruckten diversen Anweisungen für die Fahrt muss diese unterbrochen werden, um sich die Instruktionen wieder zu holen, betonten die ÖBB-Verantwortlichen.

Ausbau in ÖBB-IT geplant
Für ÖBB Holding-Vorstand Franz Seiser ist TIM nur ein Teil der Modernisierungen und Innovationen, die derzeit gemeinsam mit Microsoft für die Bundesbahn entwickelt werden. Auch bei rund 25.000 Arbeitsplätzen werden die IT-Prozesse modernisiert. Die frühere „zerklüftete IT-Infrastruktur“ der zahlreichen ÖBB-Tochtergesellschaften werde nun seit eineinhalb Jahren gebündelt, die früher über 200 Partner der Bundesbahn im IT-Bereich werden reduziert. Die IKT GmbH mit 1.200 Mitarbeitern soll bis 2016 einen Beitrag zum Konzernergebnis in Höhe von 50 Mio. Euro bringen. Alleine im vergangenen Jahr seien schon 20 Mio. Euro gespart worden, sagte Seiser.

Mit dem neuen ÖBB-System TIM werde die Kommunikation der Lokführer effizienter und sicherer, betonte Petra Jenner, Geschäftsführerin von Microsoft Österreich. Das Informations-Management könne als Vorbild für andere Zugführerinformationssysteme in Europa dienen. Die bereits zuvor bestehende Kooperation zwischen Microsoft und den ÖBB werde nun in einer strategischen auf vier Jahre angelegten Partnerschaft ausgebaut.

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