B2B
29.06.2011

Österreichs IKT-Landschaft nur Durchschnitt

Nokia Siemens Network hat erstmals auch Österreich in sein „Connectivity Scorecard Ranking“ aufgenommen, das weltweit den sinnvollen Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie misst. Der heimische IKT-Sektor belegt dabei den zwölften von insgesamt 25 ausgewiesenen Plätzen.

Österreich ist in Sachen Informationstechnologie passabler Durchschnitt. Zu diesem Schluss kommt das aktuelle „Connectivity Scorecard Ranking“ von Nokia Siemens Networks, das alljährlich weltweit den sinnvollen Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie vergleicht. Österreich wurde 2011 erstmals in die Analyse miteinbezogen und befindet sich mit dem zwölften Rang im internationalen Mittelfeld in der Kategorie der „innovations-getriebenen Länder“. Rang eins belegt Schweden, dahinter folgen die USA und Dänemark.

Mit „sinnvollem Einsatz“ seien dabei grundsätzlich all jene Szenarien gemeint, die zur Produktivitätssteigerung einer Gesellschaft beitragen. „Also eigentlich alle Bereiche bis auf reines Entertainment“, erläutert Peter Wukowits, Country Director bei Nokia Siemens Networks Österreich, auf futurezone-Nachfrage. Dass Österreich zuvor noch nicht im Ranking erfasst wurde, liegt laut Wukowits an bestimmten Ländertypen, die miteinander in Relation gesetzt werden. „Es geht um die Vergleichbarkeit auf unterschiedlichen Ebenen.“

Neben dem Ranking der innovations-getriebenen Länder hat Nokia Siemens Networks auch eine Rangliste von jenen Ländern erstellt, die vorwiegend von der Rohstoffindustrie leben. Dabei führt Malaysien auf Platz eins vor Chile und Russland.

Gute Noten für Mobilfunk
Österreich werden vor allem im Bereich Mobilfunk gute Noten ausgestellt. Das Land sei mit der 3G-Netzabdeckung, bei der Nutzung von mobilem Internet und bei der Handytelefonie unter den führenden Nationen weltweit, so Wukowits. Auch die Infrastruktur im Business-Bereich wird sehr gut bewertet.

Eher durchschnittlich ist Österreich bei der Anzahl der PCs, die in Unternehmen genutzt werden, sowie bei der Verwendung von mobilen Datendiensten. Auch der Bereich „Enterprise-Telefonie“ fällt nur mittelmäßig aus. Ein weiteres Ergebnis: Rund 80 Prozent der heimischen Unternehmen sind mittlerweile mit einer eigenen Webseite im Internet vertreten.

Nachholbedarf bei Breitband-Internet im Festnetz
Aufholen muss das Land vor allem noch im Bereich Highspeed-Internet im Festnetz. Nur 50 Prozent der Österreicher verfügen über Breitband-Internet im Festnetz, in den meisten anderen westeuropäischen Ländern liegt der Wert bei 60 bis 80 Prozent. „Auch die eher mäßige Geschwindigkeit der Internetzugänge im Festnetz, selten werden über 5 Mbps erreicht, tragen dazu bei, dass sich Österreich lediglich im Mittelfeld befindet“, sagt Wukowits. Dies würden auch die leistungsfähigen und verbreiteten mobilen Internetzugänge nicht wettmachen. Die Breitband-Infrastruktur ist laut Nokia Siemens Networks entscheidende Basis für eine Wissensgesellschaft. Mit dem Ausbau einer leistungsfähigen IKT-Infrastruktur gehe zudem auch ein Anstieg der Produktivität und des ökonomischen Wachstums einer Volkswirtschaft einher.

Internet der Dinge
Politische Maßnahmen wolle man als Netzwerkausrüster nicht empfehlen, so Wukowits. Es gibt aber natürlich Telekommunikationslösungen, die zur Stärkung und zur Verbesserung der IKT beitragen können.“ Die Zukunft sieht man bei Nokia Siemens Networks in der sogenannten „Machine-2-Machine“ (M2M) Kommunikation. Im „Internet der Dinge“ kommunizieren unterschiedliche Geräte miteinander, das kann sowohl Unternehmen als auch Konsumenten Vorteile bringen, sind die Experten überzeugt. In den Bereich fallen beispielsweise Verkehrsinformationen in Echtzeit oder die punktgenaue Abrechnung des Energieverbrauchs zuhause.

Bis 2020 soll die Zahl der Geräte, die mit dem Internet verbunden sind, auf 20 Milliarden steigen. Laut Nokia Siemens Networks wird die gesamte Wertschöpfung von M2M im jahr 2014 bereits bei 282 Milliarden Dollar liegen. „Der Durchbruch von M2M steht bevor. Vor allem Telekommunikationsanbieter setzen voll darauf. Denn in dieser sehr kompetitiven Branche können sie so neue Geschäftsfelder erschließen und dank innovativer Services die Bindung zu ihren Kunden stärken“, so Wukowits.

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