© Gregor Gruber

Mobilfunk
09/12/2011

Orange und T-Mobile gehen Netz-Ehe ein

Noch heuer werden Handy-Betreiber Orange und T-Mobile ihre beiden Mobilfunknetze gemeinsam nutzen und so jeder seine Flächendeckung vergrößern - sowohl im 3G- als auch 4G-Bereich. 2012 könnte die Netzfusion folgen. Noch im April wird die Kooperation vorgestellt.

T-Mobile und Orange bereiten eine Netzfusion vor. Der zweit- und drittgrößte Mobilfunkbetreiber werden noch heuer in einem signifikanten Ausmaß ihre Infrastrukturen gegenseitig nutzen. Und zwar nicht, wie es derzeit bereits der Fall ist, nur die Stationstürme. Bei diesem RAN-Sharing (Radio Access Network), wie die gemeinsame Benutzung der Infrastruktur des jeweils anderen genannt wird, werden die Antennen gemeinsam genutzt. In einem ersten Schritt werden hunderte Funkstationen, auf denen Orange vertreten ist, auch für T-Mobile senden und umgekehrt.

Konkret heißt das, dass ein und dieselbe Antenne von zwei Betreibern verwendet wird. Erst Ende vergangener Woche hat die Telekom-Control-Kommission RTR ihr „Positionspapier zum Thema Infrastructure Sharing in Mobilfunknetzen“ ausgeschickt, in der die gegenseitige Mitbenutzung von technischer Infrastruktur abseits von Masten geregelt wird.

19.922 Mobilfunkantennen
In Österreich haben laut aktueller Statistik des Forum Mobilkommunikation (FMK) alle vier Betreiber (die drei Billigmarken Yesss, Bob und telering werden Orange, A1 und T-Mobile zugerechnet) 19.922 Antennen. 9636 davon werden gemeinsam genutzt. Sprich, auf jedem zweiten Handy-Masten im Land befinden sich zumindest Antennen von zwei Betreibern. Die meisten Antennen gibt es übrigens in Niederösterreich mit 4138, hier werden allerdings die meisten Masten (68 Prozent) geteilt. Wer Standorte in seiner Wohnumgebung finden will, kann den Senderkataster befragen.

Antennen-Ausschreibung läuft
Bei Orange und T-Mobile läuft derzeit die Ausschreibung für das technische Equipment, das bei der Netz-Ehe benötigt wird. Die Systemausstatter Ericsson, Nokia Siemens Network (NSN) und Huawei haben bereits Antennen im Portfolio, die das RAN-Sharing beherrschen. Sowohl für T-Mobile als auch Orange bedeutet die Kooperation eine immense Kostenersparnis im mobilen Dumpingpreis-Markt Österreich. Durch das RAN-Sharing können aber nicht nur Kosten in Millionenhöhe eingespart, sondern die Flächendeckung und Qualität angehoben werden. In den jährlich durchgeführten Netztests des deutschen Magazins „Connect“ landen Orange und T-Mobile hinter dem A1-Netz ständig auf den Plätzen zwei und drei.

Stillschweigen
Orange-Chef Michael Krammer wurde in den vergangenen Wochen bereits in der T-Mobile-Zentrale in Wien, T-Center, gesichtet. Von der futurezone auf diesen Umstand angesprochen, will dieser den Besuch nicht kommentieren. Auch T-Mobile will zu den Gerüchten keine Stellung abgeben. „Wir reden mit allen Betreibern, aber es gibt nichts Konkretes zur Zeit“, so T-Mobile-Sprecher Christian Rothmüller. Aus gut informierten Kreisen ist aber zu hören, dass die Netzkooperation noch im April der Öffentlichkeit vorgestellt und spätestens im vierten Quartal dieses Jahres über die Bühne gehen wird. Beginnend mit 3G-Antennen, im Laufe 2012 werden auch 4G-Systeme des Mobilfunkstandards LTE (Long Term Evolution) geteilt.

Site-Sharing
Bei den Kooperationsformen im Mobilfunkbereich unterscheidet man zwischen einem Passiven Site Sharing (PSS) und einem Aktiven Sharing (AS). PSS ist die Mitbenutzung von Sendemasten durch einen oder mehrere  Mobilfunkbetreiber. Geteilt können werden Standort, Fundament, Mast, Antennen, Antennenzuleitungen, die Energieversorgung oder Container, in denen sich diverse Geräte befinden.

Beim Aktiven Site Sharing gibt es zwei Varianten: Entweder werden die elektronischen Komponenten wie Übertragungs- und Vermittlungseinrichtungen gemeinsam genutzt, das Spektrum aber nicht. Oder es werden die aktiven Netzelemente (Sendeanlagen) gemeinsam genutzt. Eine Antenne sendet für Betreiber A genauso wie für Betreiber B, jeweils auf anderen Frequenzen.

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