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B2B
12/08/2013

Patenturteil bedroht Microsofts Android-Einnahmen

Microsoft verdient derzeit an jedem Android-Gerät durch Lizenzierungsgebühren. Nach einem Urteil des Bundespatentgerichts könnten diese Einnahmen aber bald stark zurückgehen.

Bei jedem verkauften Android-Smartphone und Tablet verdient Microsoft mit. Grund sind Patente, über die der Konzern aus Redmond verfügt. Das deutsche Bundespatentgericht stellte nun eines dieser Patente in Frage, wie Patentexperte Florian Müller berichtet. Demnach hat sich das Gericht vergangene Woche mit dem Patent EP0618540 beschäftigt, das sich um Dateinamen dreht. Das Gericht ist der Auffassung, dass jenes ungültig ist, da es sich nicht von früheren Methoden, die unter anderem bereits von Linux Torvalds entwickelt wurden, unterscheidet. Microsoft kann und wird aller Wahrscheinlichkeit nach gegen diese Entscheidung vor dem Höchstgericht berufen.

Microsoft lässt sich von Hardware-Herstellern, die auf Googles Android setzen, derzeit einiges an Geld bezahlen. Berichten zufolge verdient der Konzern an jedem HTC-Smartphone fünf Dollar, Samsung muss pro Android-Gerät sogar zehn Dollar abstottern. Die Einnahmen dadurch dürften ein Vielfaches dessen sein, was die hauseigene Plattform Windows Phone abwirft. Das Urteil des deutschen Gerichts könnte Auswirkungen auf die ganze Europäische Union haben und Microsoft finanziell schwer treffen.