B2B
01.09.2013

Philips-Chef setzt Fokus auf Gesundheitssektor

Der niederländische Elektronikkonzern Philips wird weiter stark auf den Medizinsektor setzen.

"Wir erwarten weiteres Wachstum bei der medizinischen Technologie", sagte Philips-Chef Frans van Houten der Nachrichtenagentur dpa in Amsterdam.

Der Konzern hatte sich von dem seit langem schwächelnden Segment der Unterhaltungselektronik getrennt und auch das Fernsehgeschäft abgegeben. Das sei eine richtige Entscheidung gewesen, bekräftigte der Philips-Chef. "Wir sehen bei der Unterhaltungselektronik schrumpfende Märkte."

Gesundheit werde dagegen durch chronische Krankheiten und eine immer ältere Bevölkerung ein "Megatrend", sagte Van Houten. In Zukunft würden dank mobiler Apparate auch immer mehr Patienten zu Hause und nicht in Krankenhäusern versorgt werden können.

Chancen für den Konzern sieht Van Houten auch bei energiesparenden Lichtquellen und bei Haushaltsgeräten. "Die gut verdienende Mittelklasse nimmt zu, auch in den Schwellenländern, sagte er.

Medizingeräte spielen große Rolle

Mit medizinischen Geräten machten die Niederländer bereits 43 Prozent des Umsatzes von 24,8 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Das könne noch zunehmen, erwartet Van Houten. "Vor allem bei den Ultraschall-Systemen erwarten wir ein Wachstum, das weit über dem Durchschnitt liegt." Im vergangenen Jahr verzeichnete der Sektor Healthcare bei Philips ein Wachstum von 6,4 Prozent.

Auf dem lukrativen Gesundheitsmarkt gehört Philips mit Siemens und dem amerikanischen General Electric zu den Marktführern. Bei den Ultraschallgeräten ist Philips Nummer zwei. Am Samstag lancierten die Niederländer auf dem Europäischen Kardiologen Kongress in Amsterdam ihr neuestes Modell für dreidimensionale Aufnahmen von Organen durch Schallwellen. Es soll Herzspezialisten bei der Diagnose und Operation helfen.

Allerdings spürt auch Philips die Einsparungen im Gesundheitssektor in vielen Ländern. Krankenhäuser hätten weniger Geld für Investitionen. Eine Zukunft sieht der Philips-Chef für Technologie, mit deren Hilfe Patienten schneller und weniger belastend behandelt werden könnten. "Man kann in den Gesundheitssystemen Milliarden einsparen, wenn Patienten nicht länger als unbedingt nötig in Krankenhäusern behandelt werden."