B2B
12.08.2013

Preiskampf setzt Telekom Austria zu

Die Telekom Austria hat im 1. Halbjahr mehr verdient und weniger umgesetzt, der Ausblick für das Gesamtjahr wurde leicht zurückgefahren. Der harte Wettbewerb drückt auf das Geschäft in Österreich

Der harte Preiskampf am österreichischen Mobilfunkmarkt setzt der Telekom Austria weiterhin zu. Der Nettogewinn legte um 33,5 auf 108 Mio. Euro zu, das Betriebsergebnis (Ebit) um 5,8 Prozent auf 223,3 Mio. Euro. Der Umsatz gab um 1,2 Prozent auf 2,092 Mrd. Euro nach. Das operative Ergebnis (Ebitda) sei durch Regulierungsmaßnahmen und höhere Handystützungen zurückgegangen. Das Plus beim Ebit sei primär auf geringere Restrukturierungskosten und gesunkene Abschreibungen zurückzuführen. Der Personalstand reduzierte sich um 2,6 Prozent auf 16.352 Vollzeitkräfte.

Preisdruck
Zwar habe das Unternehmen versucht, sich mit neuen Mobilfunktarifen auf höherwertige Kunden zu konzentrieren. Um gegenüber der Konkurrenz nicht an Boden zu verlieren, habe die Telekom das Geschäft jedoch weiterhin mit höheren Subventionen wie etwa verbilligten Handys ankurbeln müssen.

Besonders deutlich wird der harte Wettbewerb in Österreich, wo die Telekom Marktführer vor den Konkurrenten T-Mobile und Hutchison ist. Auch die Fusion der beiden kleineren Wettbewerber Orange und Hutchison konnte den Abwärtstrend noch nicht stoppen. Manche Experten hatten dadurch ein Ende des Preiskampfs erhofft. Zwar stieg die Anzahl der Telekom-Mobilfunkkunden in Österreich im ersten Halbjahr um 13 Prozent. Der durchschnittliche Umsatz je Kunde (ARPU) schrumpfte jedoch um knapp 15 Prozent. Die Telekom begründete das auch mit der Übernahme der Orange-Billigmobilfunktochter Yesss. Das Festnetzgeschäft blieb bei Anschlüssen und Umsatz nahezu stabil.

Weißrussland legt zu
Auch in Bulgarien sei das Geschäft von hartem Wettbewerb und regulatorischem Druck geprägt gewesen. Bei der bulgarischen Mobiltel gab es einen Kundenrückgang von 4,1 Prozent, und das unter einem schwierigen ökonomischen Umfeld und Einschnitten durch die Regulierungsbehörde. Die Folge war ein Umsatzrückgang von 18,2 Prozent. Schwierig lief es auch in Kroatien, wo der Umsatz um 2,1 Prozent nach gab. Im Hyperinflationsland Weißrussland habe man inklusive Währungseffekten hingegen einen Umsatzzuwachs um 18,9 Prozent eingefahren. In Slowenien und Mazedonien lief das Geschäft durchwachsen, in Serbien besser.

Für das laufende Jahr geht der Konzern von einem Umsatz von 4,1 Milliarden Euro und einer stabilen Dividende von 5 Cent je Aktie aus.

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