B2B
07.01.2013

Schweizer Casinos dringen ins Internet vor

Gesetz aus 1923, das Casinos das Online-Glücksspiel verbietet, wird novelliert.

In der Schweiz soll bald Glücksspiel im Internet erlaubt werden. Die Regierung will das Verbot lockern, berichtet die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ). Unter Federführung des Justizressorts mit Beteiligung der Kantone und der betroffenen Branchen würden derzeit entsprechende Vorschläge ausgearbeitet. Die Entscheidung solle im März fallen, wenn das Lotterie- und Spielbankengesetz novelliert wird.

In der Schweiz dürfen momentan nur die von den Kantonen zugelassenen Lotterien Online-Glücksspiele anbieten. Basis ist das Lotteriegesetz aus dem Jahre 1923, das mit wenigen Änderungen immer noch in Kraft ist und nun geändert werden soll.

Unter dem Internet-Glücksspielverbot leiden vor allem die Casinos, die einen Teil ihres Umsatzes im Netz verlieren. Sie beklagen, dass es dort kaum bzw. gar keine Kontrollen gibt, Spielbanken hingegen immer strengeren Regeln unterworfen seien. Die Vorgaben zur Bekämpfung der Spielsucht und Geldwäsche seien in den vergangenen Jahren laufend verschärft worden, wird Marc Friedrich, Geschäftsführer des Schweizer Casinoverbands, in der "NZZ" zitiert.

Auch Casinos Austria profitieren
Die Schweizer Casinos haben seit 2007 rund 20 Prozent Umsatz verloren, für 2012 wird ein weiterer Rückgang um 5 bis 10 Prozent erwartet. Drei der Schweizer Casinos, jene in St. Moritz, Bern und Lugano, werden von den Casinos Austria betrieben.

Die Regierung diskutiert nun über die Vergabe von Internet-Konzessionen. Die Rede ist dem Bericht zufolge von einer einstelligen Zahl. Weiters sollen im Zuge der Gesetzesänderung die Kantone beim Kampf gegen die Spielsucht stärker in die Pflicht genommen werden.