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Energie
05/16/2011

„Smart Grids brauchen offene Standards“

Künftig werden Gebäude von der Kaffeemaschine bis hin zu IT-Geräten zentral via IP-Netzwerk gesteuert werden, so Cisco. Die futurezone sprach mit Rolf Adam, zuständig für Smart Grid in Europa bei Cisco, über die Notwendigkeit von offenen Standards und die Herausforderungen für Smart Grids.

von Barbara Wimmer

Strom ist nicht immer dann verfügbar, wann man ihn benötigt. Manchmal wird aber auch zu viel Strom produziert, der nicht gespeichert werden kann. Gerade, wenn man vermehrt auf die Einspeisung aus Windkraft oder Sonne setzt, kommt es im Stromnetz zu Schwankungen, die im schlimmsten Fall Stromausfälle verursachen könnten. „Das Netz ist nicht dafür gebaut worden, Strom aus dezentralen Erzeugungsquellen aufzunehmen“, erklärt Rolf Adam von Cisco. Mit einem intelligenten Management, einer sogenannten Smart Grid-Infrastruktur, kann man oft kurzfristig auf Engpässe oder Überschüsse reagieren.

Cisco hat verschiedene Lösungen entwickelt, mit denen sich Energieflüsse in allen Phasen - von der Erzeugung, der Übertragung bis hin zum Verbrauch – optimieren lassen. Für Netzwerkausrüster gibt es etwa bestimmte Komponenten, die einschlägige Standards wie IEEE 1613 erfüllen. Im eigenen Unternehmen kommt die Business-Lösung Cisco EnergyWise zum Einsatz, mit der sich digitale Informationen per Internetprotokoll IP von zentraler Stelle aus regulieren lassen.

„So sind die Systeme sicherer“
Damit lässt sich beispielsweise feststellen, wie viel Energie das eigene IT-Equipment im Einsatz verbraucht. Wenn der PC oder der Drucker gerade nicht gebraucht wird, lässt er sich zudem von zentraler Stelle in einen Standby-Modus versetzen oder ganz abschalten. „Das gilt auch für bestimmte Bedienterminals bei kritischen Anlagen. Diese sind nur in Betrieb, wenn ein qualifizierter Mitarbeiter vor Ort ist. So sind die Systeme sicherer, denn das Gerät lässt sich nicht so einfach von Fremden bedienen“, erklärt Adam die Vorteile von einer derartigen Steuerung.

Bei Cisco setzt man zudem bei Mitarbeitern, die von zu Hause aus arbeiten, IP-Telefone ein, die automatisch außerhalb der Arbeitszeit auf Standby gesetzt werden. Damit spart man pro Stunde 15-30 Watt an Energiekosten. „Bei rund 40.000 Mitarbeitern mit der Möglichkeit zur Heimarbeit kann man auf diesem Weg schon einen Beitrag zur CO2-Einsparung leisten“, meint Adam.

IP soll zum Standard werden
Doch wie funktionieren derartige Steuerungsprozesse? Einen gemeinsamen, länderübergreifenden Standard für diese intelligenten Management-Prozesse gibt es derzeit noch nicht. „Offene Standards sind eine Grundbedingung dafür, dass unterschiedliche Systeme reibungslos miteinander interagieren können. In den letzten zwölf Monaten gab es erstaunliche Fortschritte bei den Gesprächen mit Industriepartnern und mittlerweile kann man sagen, dass sich das Internetprotokoll IP mittelfristig als Standard etablieren wird“, erklärt Adam.

Dafür spreche, dass IP weltweit die Telekommunikation und Datenverarbeitung dominiere und sich prinzipiell jede digitale Information per IP transportieren lasse, so Adam. Auch die Kaffeemaschine kann künftig per IP gesteuert werden. Damit ist allerdings nicht gemeint, dass künftig alles im „öffentlichen Internet“ zu finden sein wird. IP sei lediglich die Sprache, die im Internet gesprochen wird, so Adam.

Erneuerbare Energien sind teuer“
Die Einigung auf einen Standard sei eine der größten Herausforderungen bei der Einführung von Smart Grids, die rasch vorangetrieben werden müsse, so Adam. Das sei allerdings nicht die einzige Hürde: „Auch die Politik muss für mehr Verständnis dieser Thematik in der Öffentlichkeit sorgen“, meint Adam. „Erneuerbare Energien sind teurer.“ Im Schnitt werden in den nächsten Jahren etwa fünf bis sieben Cent an zusätzlichen Kosten pro Kilowattstunde anfallen.

Angesprochen auf potentiell größere Sicherheitsrisiken durch eine Umstellung auf Smart Grid-Technologie, meint Adam: „Die Systeme werden dadurch nicht unsicherer. Im Gegenteil: Man sieht wesentlich rascher, ob eine Manipulation (beispielsweise am Stromzähler) stattgefunden hat.“ Man müsse dabei allerdings immer die Gesamtheit des Systems berücksichtigen. „Manche Energieversorger waren in ihren Pilotprojekten lediglich darum bemüht, Sicherheit als Punktelösung zu sehen. Das ist zu wenig. Es müssen immer Personen, Systeme und Prozesse berücksichtigt werden.“

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