T-Mobile Österreich CEO Andreas Bierwirth (Archivbild)

© KURIER/Gilbert Novy

Mobilfunker
09/15/2016

T-Mobile-CEO Bierwirth: „Der zweite Platz ist mir wurscht“

Der T-Mobile-Österreich-Chef geht davon aus, dass man auf dem dritten Platz hinter Drei landet und hat eine Erklärung dafür: SIM-Karten-Spamming.

von Gregor Gruber

T-Mobile hat am Donnerstag die neuen Tarife seiner Marke tele.ring präsentiert. Im Rahmen der Presseveranstaltung wurde der T-Mobile-CEO Andreas Bierwirth darauf angesprochen, ob T-Mobile tatsächlich nur noch der drittgrößte Mobilfunker Österreichs ist. Denn glaubt man den Zahlen des Konkurrenten Drei, hat dieser mehr SIM-Karten verbreitet.

„Wir gehen davon aus beim nächsten RTR Telekom Monitor den zweiten Platz zu verlieren“, sagt Bierwirth: „Das hat sich seit Dezember abgezeichnet.“ Der Bericht der Telekom-Regulierungsbehörde würde es offiziell machen, dass Drei auf Platz zwei vorrückt. T-Mobile liefert auch den Grund warum es so ist aber man eigentlich trotzdem noch vor Drei ist.

Für den Telekom Monitor zieht die RTR die Anzahl der aktiven und inaktiven SIM-Karten heran. Drei habe 3,77 Millionen Kunden, die sich in 2,89 aktive und 880.000 inaktive SIM-Karten aufteilen. T-Mobile hat 3,17 Millionen aktive und 398.000 inaktive SIM-Karten. Das ergibt eine Gesamtmenge von 3,57 Millionen SIM-Karten – weniger als Drei.

Laut T-Mobile kommen aber noch 704.000 M2M-SIM-Karten hinzu, die etwa in Pkw verbaut sind, womit man 4,27 Millionen SIM-Karten habe. Diese werden von der RTR aber nicht berücksichtigt.

SIM-Karten-Spamming

Auffällig ist der große Unterschied bei den inaktiven SIM-Karten. Bierwirth sieht den Grund dafür im „SIM-Karten-Spamming“. Manche Mobilfunker verteilen demnach SIM-Karten, auch wenn Kunden diese nicht benötigen, etwa im Rahmen von Promo-Aktionen.

T-Mobile sei hingegen bemüht inaktive SIM-Karten zu reduzieren und regelmäßig aus der Bilanz ausscheiden zu lassen. „Es bringt mir nichts mit SIM-Karten zu kalkulieren, die nicht genutzt werden“, so Bierwirth.

Stichwort kalkulieren: Im ersten Halbjahr hat T-Mobile einen Umsatz von 416 Millionen Euro gemacht. Bei Drei sind es 373 Millionen Euro. Hier ist T-Mobile also vor Drei. Bierwirth: „Der zweite Platz ist mir wurscht. Mir geht es darum die Firma sauber zu führen.“