B2B
08/08/2011

TA: Grüne fordern Treuhandlösung für Boni

Die Grünen fordern, dass Manager der Telekom Austria (TA), die im Jahr 2004 umstrittene Bonuszahlungen erhalten haben, diese Beträge auf ein Treuhandkonto legen sollen.

„Hier muss Hannes Ametsreiter, als Vorstand, mit gutem Beispiel vorangehen“, meinte die Grüne Telekom-Bereichssprecherin Gabriela Moser an die Adresse des Konzernchefs der Telekom Austria Group. Ametsreiter war 2004 Marketingchef der Telekom-Tochter Mobilkom Austria. Konzernsprecherin Elisabeth Mattes betonte: „Wir prüfen rechtlich, welche Möglichkeiten wir haben.“ Dem Vernehmen nach sollen von den knapp 100 begünstigten Managern noch rund 30 im Unternehmen sein. Die Vorstände mit den höchsten Zahlungen befinden sich aber allesamt nicht mehr im Konzern.

"ÖIAG gefordert"
Moser sieht auch die Staatsholding ÖIAG gefordert. Es stelle sich die Frage, wo die Aufsichtsfunktion der ÖIAG war, als durch einen überraschenden Kurssprung der Telekom-Aktie Manager von einer Boniausschüttung in Höhe von insgesamt rund neun Millionen Euro profitiert haben. Schließlich hätten die Steuerzahler über die 28-Prozent-Beteiligung der ÖIAG an der Telekom für diese Ausschüttungen mitgezahlt.

Parteienfinanzierung
Moser fragt sich, inwiefern möglicherweise Telekom-Gelder „auf Umwegen in blau-schwarze Parteikassen flossen“. Finanzminister und somit Eigentümervertreter gegenüber der ÖIAG war im Jahr 2004 Karl-Heinz Grasser. Die Lobbyingagentur der Telekom war die Firma von Peter Hochegger, mit dem Grasser beruflich und privat Kontakt hatte. Telekom und Staatsanwaltschaft versuchen derzeit die Rolle von Hochegger bei mehreren umstrittenen Vorgängen in der Telekom zu klären. Telekom-Chef Ametsreiter

am Sonntag: „Es ist eine sehr ernste Angelegenheit, ich bin schockiert.“

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