© REUTERS/YUYA SHINO

Umbau
12/21/2015

Toshiba streicht nach Bilanzskandal 6.800 Stellen

Nach dem milliardenschweren Bilanzskandal müssen 6.800 Mitarbeiter gehen, 1.200 weitere Mitarbeiter sollen freiwillig kündigen.

Der japanische Elektronikkonzern Toshiba muss nach seinem riesigen Bilanzskandal einen Rekordverlust verbuchen und streicht 6.800 Stellen. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen mehr als 200.000 Mitarbeiter. Toshiba kündigte heute, Montag, eine tiefgreifende Umstrukturierung an, betroffen sind nach Unternehmensangaben vor allem die Sparten Fernsehen, Computer und Haushaltsgeräte.

Sony springt ein

Im Juli war bekannt geworden, dass Toshiba seine Bilanzen in den sechs Geschäftsjahren von 2008 bis 2014 um umgerechnet 1,13 Mrd. Euro geschönt hatte. Der Konzernchef Hisao Tanaka und mehrere Verantwortliche mussten deshalb ihren Hut nehmen.

Im laufenden Geschäftsjahr bis Ende März erwarte Toshiba einen Verlust von 550 Mrd. Yen (4,2 Mrd. Euro), teilte der Konzern mit. Die 6.800 Stellen sollen ebenfalls bis Ende März gestrichen werden. Dazu kommt ein Aufruf zur freiwilligen Kündigung in der Halbleitersparte, womit Toshiba 1.200 Stellen einsparen will. Zudem übernimmt Sony 1.100 Beschäftigte.

Auf der Suche nach Partnern

Toshiba erwägt, die PC-Sparte mit der anderer Konzerne zusammenzulegen. Die japanische Presse nannte Fujitsu und Vaio. In der TV-Sparte will sich Toshiba auf teure Geräte für den Heimatmarkt konzentrieren, ins Ausland sollen gar keine Geräte mehr verkauft werden. Ein Werk in Indonesien soll verkauft werden. Auch für seine Haushaltsgeräte-Sparte erwägt Toshiba eine Zusammenlegung mit Konkurrenten. Berichten der japanischen Presse zufolge ist Sharp ein wahrscheinlicher Partner.