B2B
03/01/2019

Warum die NASA auf Open Innovation setzt

Die WKO widmete sich am Mittwochabend dem Potenzial von offenen Innovationsprozessen.

Auf der Suche nach innovativen Lösungen für komplexe Probleme sollten Unternehmen und Organisationen nicht nur intern suchen, sondern ihren Horizont erweitern und auch die Außenwelt miteinbeziehen, sagen Experten. Das Zauberwort dazu heißt Open Innovation und stand im Zentrum bei der Veranstaltung "Horizonte Open Innovation - Think Outside the Box!" der WKO am Mittwochabend in Wien. Es wurde beleuchtet, wofür Open Innovation steht, welches Potenzial darin steckt und was man sich durch eine neuartige Innovationskultur erwarten darf.

„Open Innovation ist aktuell ein Hype, aber es kursiert auch viel Falschinformation“, erklärte Open Innovation-Expertin Marion Pötz in ihrer Keynote. Die Strategie müsse gut geplant werden: „Open Innovation ist nichts, was zufällig passiert. Es ist ein organisierter Fluss an Informationen über Unternehmensgrenzen hinweg“, so Pötz, die Associate Professor am Department of Strategy and Innovation der Copenhagen Business School und wissenschaftliche Leiterin des Open Innovation in Science Center der Ludwig Boltzmann Gesellschaft ist.

NASA

In ihrer Keynote geht sie auf die Anfänge von Open Innovation ein und auf prominente Beispiele, wo dadurch komplexe Probleme auf kreative Art und Weise gelöst werden konnten. So setzt etwa die Weltraumbehörde NASA stark auf Open Innovation.

Das auch äußerst erfolgreich: Bei der Suche nach einem verlässlichen Weg, Sonneneruptionen vorherzusagen, setzte man etwa auf eine Croudsourcing-Challenge, die auf Topcoder gepostet wurde. Mehr als 3000 Menschen aus 80 Ländern beteiligten sich. Die beste Lösung kam von einem pensionierten Hochfrequenztechniker aus dem Bundesstaat New Hampshire.

„Egal wer man ist, die meisten intelligenten Menschen arbeiten immer für irgendjemand anderen“, zitiert Pötz Sun-Mitbegründer Bill Joy. Genau das sei eine der Grundideen von Open Innovation. „Je radikaler die Innovation sein muss, die man braucht, desto weiter entfernteres Wissen benötigt man“, so Pötz.

Ideen und Lösungen, die im Zuge von Open Innovation entstehen, seien oft auch qualitativ hochwertiger also solche, die intern entwickelt wurden. Das würden laut Pötz auch entsprechende Studien belegen.

Lego und Bettdecken

Neben Pötz berichteten auch andere Unternehmen ihre Open-Innovation-Konzepte. Johnny Castrup, Head of Ecosystem Architecture bei Lego, erzählte etwa von den Erfahrungen mit Mindstorm. Erst durch die mehr oder weniger zufällig entstandene Community an Fans, konnte die Produktserie, bei der sich mit einfachsten Mitteln Roboter bauen lassen, derart populär werden. Es sei wichtig, die Community ernst zu nehmen und sie zu unterstützen.

Maria Seifert-Gasteiger, Head of Innovation bei der ÖBB, erzählte von einem Projekt, bei dem daran gearbeitet wird, wie das Gepäck von Zugpassagieren besser gesichert werden könnte. Dabei setzte man auf das weltweite Netz der AußenwirtschaftsCenter der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA, um international nach Technologiepartnern zu suchen. Die Innovationssuche war erfolgreich: Entsprechende Lösungen sollen Mitte des Jahres vorgestellt werden.

NASA-Bettdecken und Babyartikel

Hans Erik Schmidt, Gründer des Bettdecken-Unternehmens Quilts of Denmark hat wiederum mit der NASA zusammengearbeitet, um eine Decke zu entwickeln, die beim Schlaf für möglichst angenehme Temperaturen sorgt. Es hat viele Anrufe gebraucht, aber die Weltraumagentur hat sich bereit erklärt, mit dem dänischen Unternehmen zusammenzuarbeiten. Die Technologie, die dabei zum Einsatz kommt, stammt ursprünglich aus den Raumanzügen der Astronauten.

Auch Herfried Schwarz, Innovationschef bei der BAMED/MAM Group, die hinter Babyartikelmarke „MAM“ steht, berichtete bei der Veranstaltung von einem permanenten Austausch mit Kunden, um Produkte weiter zu entwickeln.

Kein One-Size-fits-all

Ein universell gültiges Rezept, wie man Open-Innovation-Prozesse in Unternehmen integriert, gibt es aber nicht. Dennoch sei generell festzuhalten, dass Firmen externes Wissen zu schätzen lernen und in ihre Prozesse integrieren sollten.  Bevor man sich extern umschaut, brauche man aber auch gute interne Innovationsprozesse, wie Pötz ausführt.

 

Disclaimer: Die futurezone ist Medienpartner des Horizonte Open Innovation.