B2B
01.03.2011

Xing auf den Spuren von Facebook

Das Karrierenetzwerk Xing will mit neuen Funktionen punkten und die Kommunikation zwischen seinen Mitgliedern fördern. 2010 schrieb das Hamburger Unternehmen auch wieder schwarze Zahlen.

Xing-Mitglieder sehen künftig Neuigkeiten aus ihrem Netzwerk auf einen Blick und können diese kommentieren und weiterleiten, hieß es in einer Unternehmensmitteilung vom Mittwoch. Mit einem Klick können sie auch bekunden, dass sie etwas „interessant“ finden. Beides erinnert an Facebook, wo der Ticker mit Aktivitäten von Freunden und der „Gefällt mir“-Button eine wichtige Rolle spielen.

Die Funktionen sollen im Laufe des Mittwochs allen Nutzern zur Verfügung stehen. „Wir erschließen bestimmte Social-Media-Tools, mit denen man effektiv kommunizieren kann, für die Geschäftswelt“, sagte Xing-Chef Stefan Groß-Selbeck.

"Kein Facebook-Konkurrent"
Trotz der optischen Annäherung an Facebook sieht Groß-Selbeck sein Unternehmen nicht in Konkurrenz zum rasant wachsenden Marktführer. „Wir hören immer wieder, dass die Nutzer zwischen geschäftlicher und privater Welt unterscheiden. Ich bin einerseits Freund und Familienvater, andererseits Kollege oder Vorgesetzter“, argumentierte er. Dafür sprächen auch die Zahlen: „Beruflich und privat genutzte Netzwerke wachsen gleichermaßen.“

Dämpfer bei Apps
Dagegen hat Xing den Versuch weitgehend aufgegeben, die Plattform mit Hilfe von Programmen externer Entwickler zu erweitern. „Die Apps haben sich im Business-Kontext nicht so entwickelt haben wie erhofft. Deswegen haben wir das Thema nicht mehr groß vorangetrieben“, sagte Groß-Selbeck. Xing hatte 2009 eine entsprechende Schnittstelle in seine Plattform integriert, ließ aber nur ausgewählte Apps zu. Groß-Selbeck betonte, dass die Entwicklung auch so voranschreite. Ein Team von 100 Mitarbeitern entwickle die Plattform weiter.

Schwarze Zahlen

Im vergangenen Jahr kehrte das Karrierienetzwerk in die schwarzen Zahlen zurück. Der Gewinn lag bei 7,2 Millionen Euro. Im Jahr davor hatten außerplanmäßige Abschreibungen für einen Verlust von 1,7 Millionen Euro gesorgt. Der Umsatz stieg um ein Fünftel auf 54,3 Millionen Euro.

Die Mitgliederzahl stieg um 20 Prozent auf 10,5 Millionen, davon 4,5 Millionen im deutschsprachigen Raum. Das Grundangebot von Xing ist kostenlos. Bei den zahlenden Premium-Kunden registrierte Xing ein Plus von acht Prozent auf 745 000.