Digital Life
08.08.2017

15-jährige Kärntnerin wegen Cybermobbings verurteilt

Die Jugendliche hatte im Internet dazu aufgerufen, Burschen zu verprügeln. Ein 17-Jähriger wurde freigesprochen. Beide Urteile sind nicht rechtskräftig.

Eine 15-jährige Kärntnerin ist am Dienstag am Landesgericht Klagenfurt wegen gefährlicher Drohung und Bestimmung zur Körperverletzung zu neun Monaten teilbedingter Haft verurteilt worden. Die Schülerin hatte einen 15-jährigen Burschen massiv gemobbt. Ein 17-jähriger Bursche wurde hingegen freigesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Über Monate hinweg beschimpfte und bedrohte die Angeklagte den Burschen über verschiedene soziale Medien, schlussendlich rief sie sogar dazu auf, den 15-Jährigen zu verprügeln, was auch passierte. Im Mai wurde die Schülerin in Untersuchungshaft genommen und zwei Monate später wegen gefährlicher Drohung zu drei Monaten bedingter Haft verurteilt. Bereits kurz nach dieser Verurteilung hatte sie über das Internet erneut Schlägern Geld für Attacken gegen ihr 15-jähriges Opfer geboten. "Als sie in Haft gegangen ist, haben diese Botschaften aufgehört", sagte Richter Michael Schofnegger.

Geständnis

Die zur Tatzeit 14-jährige Schülerin hatte sich in der Verhandlung am Dienstag geständig verantwortet. Mit ihrer Aussage entlastete sie auch einen mit ihr angeklagten 17-Jährigen: Sie hatte Onlineprofile mit dessen Namen angelegt und ihr Opfer auch von diesen Profilen aus bedroht. Aus diesem Grund war der 17-Jährige unschuldig auf der Anklagebank gesessen, er wurde freigesprochen.

Die 15-Jährige nahm das Urteil an, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab. Von den neun Monaten wurden der Jugendlichen sieben bedingt nachgesehen, die restliche Zeit hatte sie bereits in der Untersuchungshaft verbüßt. "Es ist nicht haltbar, dass Sie noch länger in Haft behalten werden", sagte Schofnegger. Es gelte nun aber, außerhalb des Gefängnisses ein Netz zu errichten, das verhindern soll, dass die 15-Jährige wieder straffällig wird, so der Richter, der der Jugendlichen eine Warnung mit auf den Weg gab: "Wenn Sie wieder kriminell werden, dann sitzen Sie bald wieder hier drin. Dann kommen Sie aber nicht mehr so schnell heraus."