USA
07/13/2011

18 Jahre Haft: WLAN-Hacker terrorisiert Nachbarn

Kinderpornos und Droh-E-Mails über WiFi-Hotspot der Anrainer verschickt

Wie Wired berichtet, ist ein 46-jähriger Mann aus dem US-Bundesstaat Minnesota zu einer 18-jährigen Haftstrafe verurteilt worden. Der als gefährlich eingestufte Mann hatte sich Zugang zu den WLAN-Netzen seiner Nachbarn verschafft und monatelang über ihre Internetzugänge Kinderpornos geladen und Droh-E-Mails an Politiker verschickt, darunter US-Vize-Präsident Joe Biden. Außerdem fälschte er eine MySpace-Seite, gab sie als das Profil des Nachbarn aus und spickte sie mit pornografischen Bildern und diffamierenden Falschinformationen. Weiters verschickte er über den E-Mail-Account des Nachbarn Kinderpornos und anzügliche Botschaften an dessen Arbeitskollegen.

Nach den Droh-E-Mails an die Politiker bekam der terrorisierte Nachbar etwa Besuch vom Secret Service, die ihn zu den Botschaften an Biden befragen wollte. "Ich schwöre bei Gott, dass ich dich umbringen werde", hieß es etwa in dem E-Mail an Biden.

Aufgespürt

Der Arbeitgeber des terrorisierten Nachbarn schaltete schließlich eine Anwaltsfirma ein, die über einen "Packet Sniffer" entdeckten, dass sich ein unbekanntes Gerät Zugang zum WLAN verschafft hatte. Nach einer Analyse der Daten konnte der Täter über seine IP-Adresse ausfindig gemacht werden.

Auslöser dieses beispiellosen Rachefeldzuges dürfte ein Vorfall im Jahr 2009 gewesen sein, als die Nachbarn den Vater zweier Kinder bei der Polizei wegen Verdacht auf Pädophilie meldeten. Danach lud sich der Verurteilte Hacker-Software und verbrachte zwei Wochen damit, die WEP-Verschlüsselung des WLAN-Netzes zu knacken. "Ich wollte mich mit Computer-Attacken an ihm [Familienvater der Nachbarn, Anm.] rächen", schrieb der Verurteilte in einem Brief an den Richter.

Der Täter wurde vom Gericht für die Verbreitung von Kinderpornografie und für schweren Identitätsdiebstahl verurteilt. Erschwerend kam hinzu, dass er keine Reue für seine Taten zeigte und vom Gericht als "gefährlich" eingestuft" wurde.

WLAN-Verschlüsselung
Die WEP-Verschlüsselung ("Wired Equivalent Privacy"), die der Verurteilte knackte, ist ein veralteter Standard, der 1999 eingeführt wurde. Er gilt längst als unsicher. Sicherheitsexperten empfehlen, dass man das eigene WLAN-Netz per WPA2 ("Wi-Fi Protected Access 2") sichern sollte. Dabei handelt es sich um die aktuellste Verschlüsselungsmaßnahme und wird von allen neueren WLAN-Router unterstützt.

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