Digital Life
04.06.2013

35 Prozent heiraten Online-Bekanntschaften

Eine neue Studie zeigt den signifikanten Einfluss des Internet auf das menschliche Liebesleben. 35 Prozent aller verheirateten Paare in den USA lernten sich online kennen, vor allem auf Dating-Seiten und Social Networks. Die Stabilität der Beziehungen mit Online-Beginn ist erstaunlich hoch.

Die Studie, die im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht wurde, ist im im Auftrag des Partnervermittlungsportals eHarmony durchgeführt worden, soll aber dennoch wissenschaftlichen Kriterien genügen. 19.000 Paare, die zwischen 2005 und 2012 geheiratet haben, wurden dafür befragt, berichtet Ars Technica. 35 Prozent dieser Paare lernten sich über das Internet kennen.

Unter den Internet-Bekanntschaften stammen wiederum 45 Prozent von Dating-Seiten, 20 Prozent von Social Networks, 10 Prozent von Chatrooms. Immerhin 3,6 Prozent der Paare mit Online-Beginn lernten sich über Spiele kennen. Bekanntschaften über E-Mail, Blogs oder Instant Messenger machen weniger als fünf Prozent aus. Männer und Menschen mit lateinamerikanischer Herkunft lernen laut der Studie am ehesten einen Partner über das Internet kennen. Die größte Heiratswahrscheinlichkeit besteht im Alter zwischen 30 und 50 Jahren.

Das wohl erstaunlichste Ergebnis der neuen Studie ist wohl die verhältnismäßig geringe Scheidungsrate unter Online-Ehepaaren. Diese beträgt sechs Prozent, während der Durchschnitt aller verheirateten Paare (inklusive Paaren mit Offline-Vergangenheit) bei 7,5 Prozent liegt. Aber auch innerhalb der Online-Welten gibt es Unterschiede. Bei Paaren, die sich in Chatrooms oder in virtuellen Welten kennengelernt haben, ist die Zufriedenheit mit der Beziehung geringer.

Über die Gründe der erhobenen Resultate gibt es mehrere Vermutungen. Einerseits ist das Angebot an potentiellen Partnern online größer als offline. Andererseits geben Menschen, die im Internet unterwegs sind, mehr Informationen über die eigene Person her. Diese Faktoren erlauben eine bessere Evaluation des jeweiligen Partners.

Im Offline-Leben lernen sich Menschen im Übrigen zu 20 Prozent über gemeinsame Freunde, zu 20 Prozent in der Arbeit, zu zehn Prozent bei sozialen Anlässen und zu 10 Prozent in der Schule kennen, beschreibt die Studie.