Digital Life
13.12.2017

AK-Studie: "Offliner" haben Nachteile im Alltag

Konsumenten ohne Internetzugang bleiben laut einer aktuellen Studie der Arbeiterkammer (AK) immer häufiger auf der Strecke.

Der Druck werde weiter steigen, zeigt eine Arbeiterkammer-Studie über die Folgen der Internetabstinenz. „Daher ist der digitale Wandel so zu gestalten, dass es möglichst wenige Verlierer und für technikferne Menschen ausreichend Unterstützung gibt“, forderte AK-Konsumentenschützerin Daniela Zimmer am Mittwoch per Aussendung.

390.000 internetlose Haushalte

Laut aktueller Zahlen der Statistik Austria gibt es in 88,8 Prozent der Haushalte einen Internetzugang. Im Umkehrschluss heißt das aber, dass es in mehr als jedem zehnten Haushalt kein Internet gibt. In absoluten Zahlen sind es 390.000 internetlose Haushalte. Tendenziell sind ältere Menschen stärker betroffen. Die Arbeiterkammer verweist auf Daten des Austrian Internet Monitors, dem zufolge 14 Prozent der Österreicher ab 14 Jahren Offliner seien.

Mehrfach benachteiligt

Laut AK-Studie, durchgeführt vom Österreichischen Institut für angewandte Telekommunikation, sind „Offliner“ mehrfach benachteiligt. Denn durch Online-Services wie Produkt- und Preisvergleiche könne man oftmals schneller und besser informiert sein und damit mehrere hundert Euro jährlich sparen. Außerdem würden Bank- und Postfilialen rar und gedruckte Fahrpläne ausgedünnt. Darüber hinaus setzten immer mehr Angebote die Buchung über eine App voraus, zum Beispiel beim Carsharing.

Die Arbeiterkammer kam zum Schluss, dass sich der Alltag internetunterstützt - von der WhatsApp-Gruppe mit der Familie bis hin zu Online-Routenplanern - oft schneller oder komfortabler schaukeln lasse. „Offliner verzichten auf den raschen Zugang zu Infos und zunehmend auch auf kostengünstige Online-Services - etwa bei Diskontbanken, die nur e-Banking anbieten, billigeren elektronischen Zugtickets, Diensten der Sharing Economy, Kleinanzeigenplattformen, und, und, und“, so Zimmer.

Papierrechnungen

Nichtsdestotrotz fordert die Interessensvertretung ein rechtlich verankertes Mindestmaß an analog erbrachten Leistungen, wozu sie Papierrechnungen und gedruckte Formulare zählt. Darüber hinaus brauche es einen Ausbau leistbarer Beratungs- und Weiterbildungsangebote und Kundenservices speziell für technikferne Konsumenten.