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Vorwurf
09/21/2011

Alkohol-Werbung gefährdet junge Facebook-User

Der Alkoholkonzern Diageo hat seinen bestehenden Werbevertrag mit Facebook ausgebaut. Damit soll die Interaktion mit Verbrauchern intensiviert werden. Gleichzeitig werden jetzt jedoch kritische Stimmen laut, die in der Zusammenarbeit zwischen Facebook und dem Alkohol-Produzenten eine Gefahr für Jugendliche sehen.

Wie der Guardian berichtet, verstärkt der Getränkekonzern seine Werbepartnerschaft mit dem Social Network Facebook. Das Ziel Diageos ist es, Kontakt zu den Verbrauchern zu suchen, insbesondere in aufstrebenden Märkten. Darauf hat man sich intensiv vorbereitet: Laut Diageo hätten über 950 Mitarbeiter in speziellen „Facebook Boot-Camps“ ihre Social-Media-Kompetenzen aufgebessert.

Zum Getränkekonzern Diageo gehören unter anderem die fünf Schlüsselmarken Baileys, Captain Morgan, Crown Royale, Jose Cuervo Margaritas und Smirnoff. Laut der Financial Times haben alle Marken Diageos 12.6 Millionen Fans auf Facebook. Der Absatz dieser Produkte ist, seit sie auf Facebook beworben werden, um 20 Prozent gestiegen.

Kritik an Partnerschaft
Der Kritik, dass mit dieser Art von Werbung Jugendliche zum Trinken verführt werden, entgegnet Facebook, dass jene Seiten, auf denen alkoholische Getränke beworben werden, nur für alle über 18 Jahre zugänglich sind. Diese Maßnahme sei vollkommen ineffektiv, so Dr. Nick Sheron, Leberspezialist im Southampton-Krankenhaus gegenüber dem Guardian. Er verweist auf die Tatsache, dass sich auch Unter-13-Jährige leicht auf Facebook anmelden können, obwohl das Netzwerk erst ab 13 Jahren freigegeben ist. Außerdem sei die Kontrolle durch die Eltern nicht gegeben, wodurch sich Diageo auf Facebook eine gute Plattform biete, Alkoholika und den damit verbundenen „Lifestyle“ anzupreisen.

Verantwortungsvolles Trinken
Als Problem stellt sich heraus, dass es kaum rechtliche Beschränkungen gibt, was Vermarktung alkoholischer Getränke, gerade in Social Media, betrifft. Gerard Hastings, Direktor des Institute for Social Marketing an der Stirling Universität erklärt gegenüber dem Guardian, dass Facebook gar nicht für Maketing gemacht sei. Man nütze ein Plattform, die zum Austausch mit Freunden gedacht sei, für kommerzielle Zwecke.

Diageo verspricht, Richtlinien für verantwortungsvolles Marketing einzuhalten. Der Konzern verweist auf die Möglichkeiten, die Facebook biete, um die Botschaft des verantwortungsvollen Trinkens zu verbreiten.