Digital Life
18.07.2012

Apps im Gesundheitswesen auf dem Vormarsch

Beim diesjährigen Werbeplanung.at-Summit wurde deutlich, dass E-Health in der Zukunft eine tragende Rolle spielen wird. Mithilfe von Telemonitoring und Gesundheitsapps soll künftig das Gesundheitswesen vor allem effizienter und überschaubarer werden.

Anton Dunzendorfer (AIT Austrian Institute of Technology) strich diesbezüglich die Vorzüge von Telemonitoring vor, welche die Kommunikation zwischen Arzt und Patient nachhaltig verändern soll. Unter diesem Begriff versteht man die Fernuntersuchung, -diagnose und -überwachung eines Patienten von seinem behandelnden Arzt. Der Patient kann selbst entscheiden, wie viele und welche Daten er von zuhause aus in das Telemonitoring-System eingibt. Der Arzt kann dadurch Trends erkennen.

Erleichterung/Transparenz im Gesundheitssystem
"Mit Telemonitoring können Kosten und auch die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus reduziert werden", so Dunzendorfer. Projekte mit dem Krankenhaus Elisabethinen in Linz hätten gezeigt, dass bei Patienten mit Herzschwäche und Diabetes frühzeitig Risikos erkannt werden konnten. "Österreich ist bereit für solche Systeme. Vorteile werden aber erst bei einer Regelversorgung eintreten".
Dunzendorfer sieht nicht nur im Telemonitoring, sondern auch in Gesundheitsapps große Chancen. Er hofft in diesem Bereich auf mehr Auswahl und die Kommunikation dieser untereinander.

Die österreichische Sport und Gesundheits-App Runtastic wird monatlich von über 400.000 Einzelpersonen in Europa genutzt um Outdoor-Aktivitäten aufzuzeichnen und via Facebook, Twitter oder E-Mail mit Freunden zu teilen. Wie der Geschäftsführer berichtet, hätte es bereits Anfragen von Krankenhäusern gegeben, die sich für die gespeicherten Daten der App-User interessieren. Jedoch bedarf es laut Gschwandtner bei einer solchen Zusammenarbeit mehrerer Standards, da es sich um sensible Daten handle. Für die Zukunft sei dies sehr wohl ein Thema. Bis jetzt können die User selbst entscheiden, welche Daten sie in ihrem Profil zugänglich machen.

Transparenz ermöglicht auch das Medikamentensuchportal Diagnosia.com. Dieses erlaubt Usern aus 14 verschiedenen Ländern, Beipackzettel von Arzneimitteln online anzusehen. "Die Zielgruppe von diagnosia.com besteht zu 80 Prozent aus Ärzten. 60 Prozent aller anderen Personen, die unsere Seite aufrufen, waren zuvor schon beim Arzt. Die Patienten nutzen die Plattform um eine zweite Meinung einzuholen", so Lukas Zinnagel, einer der Gründer des Portales. Künftig soll der Service auch für Medizinstudenten und Apotheken unverzichtbar sein, um schneller an Informationen zu kommen und beraten zu können. "In der Medizinbranche spricht nicht jeder vom gleichem. Aspirin ist beispielsweise in Deutschland anders als in Österreich und der Schweiz zugelassen. Transparenz für die Patienten ist daher wichtig."

Fachinformations-App
Innerhalb der nächsten zwei Wochen wird Diagnosia.com als Fachinformations-App für iOS und Android veröffentlicht. Die Nutzung ist kostenlos und ermöglicht Zugriff auf das Medikamentenverzeichnis. Es können Informationen über Medikamente und Hersteller abgerufen und nach ähnlichen Produkten mit gleichen Wirkstoffen gesucht werden.
Die Anmeldung erfolgt auf diagnosia.com mit einem eigenen Account. In einer vom Hersteller geplanten zweiten Version der App wird es die Möglichkeit geben, Upgrades gegen Entgelt zu kaufen.