Digital Life
02.08.2016

Australiens Atheisten gehen gegen Jedi-Konvertiten vor

In Australien bekennt sich eine steigende Zahl an Menschen zur Religionsgemeinschaft der Jedi. Was als Scherz begonnen hat, macht Atheisten jetzt Sorgen.

Bei der australischen Volkszählung 2006 beantworteten 58.053 Menschen die Frage nach ihrer Religionszugehörigkeit mit "Jedi". 2011 gaben schon 64.390 Personen an, der fiktiven Gruppierung aus den Star-Wars-Filmen anzugehören. Damit rangiert das Jeditum in Australiens Religionsstatistik knapp hinter den Sikhs und vor den Siebten-Tags-Adventisten. Begonnen hat das Phänomen 2001, als Scherzbolde das Gerücht verbreiteten, die Regierung müsse die Jedi als Religion anerkennen, wenn 8000 Bürger sich dazu bekennen. Mittlerweile ist zumindest der australischen Atheistenvereinigung das Lachen vergangen, wie die Brisbane Times berichtet.

Sie hat unter dem Titel "Don't mark yourself as "Jedi"" eine Kampagne gegen Bekenntnisse zum Jeditum gestartet. Der Atheist Foundation of Australia passt es nicht, dass Personen, die bei der Frage nach ihrer Religion "Andere" ankreuzen und Jedi als Glaubensgemeinschaft angeben, nicht als Atheisten gezählt werden. Die Menschen sollten laut den Atheisten lieber "undefiniert" ankreuzen. Dabei geht es angeblich nicht um gottlose Eitelkeit, sondern darum, dass Daten über die Religiösität der Menschen Einfluss auf Entscheidungen der Regierung haben können. "Eine überdachte und ehrliche Antwort ist wichtig, weil es allen Australiern zugutekommt, wenn Entscheidungen über die Ausbgabe von Steuerdollars auf Basis akkurater Daten über das moderne Australien getroffen werden", sagt Chef-Atheistin Kylie Sturgess gegenüber der Brisbane Times.

Am 9. August dieses Jahres findet die nächste Volkszählung in Australien statt. 2011 war der Anteil der Atheisten bei 22 Prozent gelegen, knapp hinter den Katholiken mit 25 Prozent.